Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 42.1917

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Kar! Lehmann

Die Liste, doch woh! eine Ephebenliste, dürfte bei dem Fehien
dorischer Namen kaum aus Byzanz stammen. Eine Vermutung, die Herr
Generalkonsul Mordtmann mir gegenüber äußerte, daß der Stein wie viele
andere Marmorblöcke von Kyzikos nach Konstantinopel verschleppt sei,
gewinnt aus den Namensformen, die sich auf ihm finden, große Wahr-
scheinlichkeit*). Auf Kyzikos weisen vor allen die Namen und
^^/rdümpog, welche in Zusammenhang mit dem Fluß stehen
(vgl. den Kyzikener Dittenberger 464 Z. 5). Zu den Genetiven
VLocnrnjoug und /Zoutrrf/'oug findet sich gleichfalls die einzige Analogie
in Kyzikos, wo der Name (Athen. Mitt. VI 1881, 45) begegnet.
Die Ergänzung von -pWrou (B 105) zu X/pfoYou ist eine Konjektur
von Mordtmann (vgl. Suidas X^Ar?^, Diod. Sic. XIX, 60
Polyb. lV50u.51 79^orr?^j. Der GenetivX7?yfA(A 61) ist ohne Analogie ^),
ebenso wie /louid (A 126) und 77py?;?o^ (B 2). (B 11) dürfte
verschrieben für sein, wie ja mehrere Schreibfehler begegnen
(B 29 u. 64. Doch wohl auch B 90). Die Buchstabenformen weisen
auf späthellenistische Zeit. Ligaturen treten noch nicht auf.
2. Grabstele aus grauem Kalkstein, im Mai 1918 bei Garten-
arbeiten bei der griechischen Kirche in Hasköi zutage gekommen und von
mir in der Kirche geborgen. Das untere Stück, der rechte Rand und die
obere rechte Ecke sind weggebrochen. Erhaltene Höhe 0,50, Breite 0,36,
Buchstabenhöhe 0,03 m. Oben giebelförmig abgeschlossen mit kleinen
Seitenakroterien, die mit eingemeißelten lateinischen Kreuzen geziert
sind, während das Giebelfeld anscheinend mit einer Blume geschmückt war.

t 7fAG^VAA77V7A
///G'ZO L7MW)/9/7/G
77477/ A4 G/V/ 77477177
D 777 GAL//. 7/. A. 7
/XG/G

t xcrrax-
TMUTOg * gX07,M ?)i7-
7^4 Ä.

Konstantinopel.

Karl Lehmann.

Ein Verzeichnis kyzikenischer Inschriften bei F. W. Hasluck, Cyzicus,
Cambridge 1910, 263 ff.
0 Vgl. bei Cohitz-Bechte! 5743 und (-
ebd. 1612. Zum aiohschen verweist Hiüer von Gaertringen freund-
iichst auf Witheim, Oest. Jahresh. IV Beibi. 28.
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