Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 43.1918

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Geometrische Stiie in Griecheniand

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36 und 89 (Pfuhl 117 A 151—155, Beil. XU 6—8). Drei doppelhenklige
Stücke aus den Gräbern 3, 82 und dem großen Kammergrab 17 auf der
Sellada haben wie die Näpfe von der Akropolis in Athen und von Adhro-
myloi einen mit dem schon frühgeometrischen Fischgrätenornament
gefüllten ausgesparten Streifen ohne vertikale Teilung oder auch nur
seitliche Rahmung i). Fast alle, namentlich die großen Vasen, sind in
dieser ältesten Kulturschicht des geometrischen Thera von außen impor-
tiert oder mitgebracht, nur die unscheinbaren Näpfe sind austheraeischem
Ton hergestellt.
Nicht minder glaubwürdig fällt das Spiegelbild aus, das die Pithos-
gräber gewähren. Für die Beisetzung der Aschenurne 79 am Messavuno
waren der Schiefer und die Hinterfüllung des Kammergrabes 82 ausge-
höhlt (Pfuhl S. 67). Ionische Weinamphoren der von Dragendorff
Thera 11 228 behandelten Gattung (VII.—VI. Jh. vor Chr.) und ionische
Schalen fanden sich, um nur anerkannt Junges zu nennen, in den Ge-
fäßgräbern 70 und 71 am Messavuno und 60, 94—95, 98, 100 von der
Sellada. Die protokorinthische Lekythos Pfuhl K 37, die protokorinthi-
sche Pyxis K 67^) und der Knopf einer solchen, Thera II Abb. 196,
erweisen die Spätdatierung der Gräber 57, 91 und 81 der Sellada. Aus
Gefäßgräbern — 8, 18, 59, 90 der Sellada —' stammen auch die jüngere
'Schwarzdipylonamphora' Thera 11 186 Abb. 379 a (vgl. oben S. 39,3) und
die sichtlich sehr jungen 'euboeischen' Amphoren S. 16 Abb. 8, 49
Abb. 159 und 60 Abb. 209 (mit fliegenden Vögeln und Löwen in Umriß-
zeichnung). Weitere Nachweise folgen unten.
Noch mehr werden diese Feststellungen dadurch erhärtet, daß es Der Fried -
nun gelingt, mit ihrer Hilfe und der ergänzenden der baulichen Reste
ein gut Teil der Geschichte des Friedhofes am Messavuno aufzuhellen.
Pithosgräber lagen mit wenigen Ausnahmen (17, 18 und 19) nur im
oberen, östlichen Teil des Friedhofes. Als Fundorte der ältesten geome-
trischen Ware auf Thera mußten oben immer wieder im Zusammenhang
9 a. a. O. 114 A 118, Beil. XI 8; 195 K 32, Beil. XXXHI 4. Pfuhl be-
zeichnet den Topf S. 201 als protokorinthisch 'von besonderer Art', wohl nur
des Ornamentes wegen. Er gibt selbst zu, daß er sich in Arbeit, Form und Ver-
zierung von anderen Exemplaren der Gattung unterscheidet. Thera 11 31
Abb. 88.
9 Eine ähnliche, wohl noch etwas jüngere aus Syrakus, Not. d. Sc. 1893,
478; JHS. XXH 1912, 329 Fig. 6.
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