Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 49.1924

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HANS MÖBIUS

Teithras der Phyle Aegei's angehört hat, müssen uns also deren
Prytanenlisten ansehen. Der Katalog I. G. II 2 678 bringt freiiich
die Demen in wildem Durcheinander, die Teithrasier zwischen
Ankyle und Erchia. Mehr Zutrauen erweckt dagegen die Reihen-
folge in der Liste I. G. II 872, da hier mehrfach die Namen
benachbarter Demen nebeneinanderstehen. Teithras erscheint
hier nun zwischen Halai Araphenides und Phegaia, in deren
Lokalisierung Milchhöfer und Loeper ziemlich übereinstimmen:
Halai Araphenides wird bei der Salzlagune südlich Raphina,
Phegaia bei Raphina selbst oder siidlich Halai an der Stelle
des heutigen Velanidesa gelegen haben. Unsern Demos Teithras
aber dachte sich Milchhöfer nördlich des Pentelikon und östlich
von Ikaria, in der Gegend der Dorfruine 'PcncsvTooa 1. Loeper
meint (A. M. XVII 1892, 355), daß Teithras auch beim heutigen
Xylokerisa, also am Ostabhang des Pentelikon, gelegen haben
könnte. Aber damit kämen wir in die Kiisten-Trittys der AegeYs,
während uns gerade für die Binnenland-Trittys noch Demen
fehlen. Beweisen läßt sich die Zugehörigkeit der Teithrasier
zur Binnenprovinz freilich nicht, da gerade in der Aegei's Kiisten-
und Landtrittys auf eine weite Strecke hin aneinandergrenzen.

Ich möchte annehmen, daß Pikermi, der Fundort unserer
Pachtinschrift, die Stelle des alten Teithras bezeichnet. Wir
brauchen dann keine weite Verschleppung der Stele anzu-
nehmen, bleiben in der Binnentrittys der Aegei's und befinden
uns in unmittelbarer Nähe von Halai Araphenides und Phegaia;
auch der Demos Oa, aus dem einer der in unserer Inschrift
genannten Pächter stammt, ist benachbart, denn er wird allgemein
an der Stelle des heutigen Papangelaki gesucht (Loeper a. a. O.
370). Freilich finden wir auf Loepers Karte die grüne Ebene
von Pikermi schon durch den Demos Probalinthos besetzt, aber
dieser muß als Glied der alten Tetrapolis vielmehr im Süden
der marathonischen Ebene gelegen haben 2; wir haben also für
Teithras freie Hand.

1 Demenordnung des Kleisthenes 15f. Ebenso vorher schon Hanriot,
Recherches sur la topogr. des demes 168f.

2 So auch schon Milchhöfer A. M. XVIII 1893, 280; v. Wilamowitz,
Aristoteles und Athen II 152.
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