Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 49.1924

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entwerfen und danach sonst undatierbare Inschriften wenigstens
annähernd zeitlich einzuordnen. Unser Material ist freilich be-
schränkt, aber die samische Geschichte, so die jahrzehntelange
(fvr/ri nach dem Jahre 365, wird mit Schuld an dem seltenen
Hervortreten bestimmter Geschlechter tragen.

Auch die einzelne Persönlichkeit ist verhältnismäßig nicht
oft durch mehrere Zeugnisse vertreten. Die Untersuchung, ob
gleichnamige Personen wirklich identisch sind, hat mit der auch
in Samos beliebten Benennung nach dem Großvater väter-
licherseits zu rechnen; sie ist besonders erschwert, wenn Vater,
Sohn, Großvater usw. denselben Namen getragen haben, wofür
nachher ein Beispiel gegeben wird.

Die Siegerliste CIG. 3091 = Brinck, Diss. Hal. VII 1886,
207, 100 (vgl. AM. XXVIII 1903, 357, 6), früher in Oxford, von
Waddington und Brinck mit Sicherheit Samos zugewiesen, nennt
I 14 'ljtxoödfiag IlavTcovaxTLÖov als Choregen. Wohl zweifellos
derselbe c/. II. setzte 246—3 die Ehrung des BovXayÖQag ’Altgsco
auf die Tagesordnung, AM. XXXXIV 25, 13 (SEG. I 366).

Die Datierung der Liste ging bisher meist von der Identi-
fizierung des avlrjTrjg 2drvQog I 12 mit dem seinerZeit beriihmten
avhjTtjg JSaTVQog Evfihovg JEdfuog aus, von dem wir aus Delphi,
Delos, wahrscheinlich auch aus Teos Kunde haben (Pomtow zu
Syll. 3 648). Die beiden Statuen in Delphi und Delos werden
um das Jahr 200 errichtet worden sein; daß dieser Satyros
bereits zu Zeiten des 'hatoödfiag in Samos tätig gewesen sei,
ist, wenn auch nicht geradezu unmöglich, sobald wir auf seine
Priesterschaft in Teos verzichten, so doch unwahrscheinlich.

Dafür würde zur Mitte des III. Jhs. die von Capps angenom-
mene Identität des vxoxQiTrjg EQfiorpavTog I 5 mit dem xcof/coöög
cEQfi6(pavTog Athen. 14, 620d passen, gegen die ich dann AM.
XXVIII 370 zu Unrecht polemisiert hätte (Wilhelm, Urk. dram.
Auff. 155. 254; O’ Connor, Prosop. histr. Gr. 95, 181. 182).
Derselbe 'EQfiöcpavTog war nach Capps IG. II 977 u v II 17 ver-
zeichnet, wo das neue Bruchstück bei Wilhelm S. 152 jedenfalls
seine Ergänzung cEQfi\opavTog glänzend bestätigt hat.

Ich glaube jetzt, dieser Datierung den Vorzug geben zu
sollen. Pomtows Hinweis, daß in der samischen Liste die Buch-
stabenzahl hinter 2aTVQog genau durch den Vatersnamen Evfihov

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