Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 49.1924

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AUS ALTHN PAPIEREN.

II. 1

Über Carl Curtius’ wissenschaftliche Hinterlassenschaft ist,
soweit sie Samos angeht, in den 2atuiaxd, oben S. 26, berichtet.
Was eigene Abschriften von Steinen anderer als samischer
Herkunft und gelegentliche archäologische Beobachtungen noch
heute Neues bringen, wird hier vorgelegt.

Eine besondere Überraschung war, daß sich im Nachlasse
auch ein stattlicher Stoß alter inschriftlicher Scheden vorfand,
Abschriften der verschiedensten Hände von Bröndsted bis Welcker
umfassend. Es war sofort klar, daß es sich um das Material
handle, welches Welcker seinerzeit an Carl Keil in Pforte zur
Durchsicht übermittelt hat. Diese Arbeit hat Keil in seinen
letzten Lebensjahren (f 1865), wie seine Aufsätze zeigen (s. be-
sonders Rhein. Mus. XIV 1859, 489), stark beschäftigt; sie ist
aber nicht ganz zum Abschluß gelangt, wofür auch vorbereitende
Sammlungen und erste Entwiirfe von seiner Hand unter diesen
Papieren zeugen. Die älteren Abschriften verdankte Welcker
besonders A. Mustoxidis in Korfu, dem ersten Ephoros des im
März 1829 eröffneten Zentralmuseums von Aegina(1829—1832),
nach einer Notiz vom 15. August 1842 (Tagebuch einer griech.
Reise II 1865, 327): M. ‘suchte mir allerlei Schriftchen zu-
sammen und gab mir auch, ohne sich zu besinnen, aus eigenstem
Antrieb, was er von Inschriften in alten Papieren zusammen-
gelegt hatte’. Ein ansehnlicher Teil ist ferner auf den Nachlaß des
schwäbischen Malers J. Linckh, des Genossen Bröndsteds und
Stackelbergs, zurückzuführen, aus dem Welcker, nach seinem
handschriftlichen Vermerk, Ende Dezember 1841 in Rom ‘In-
schriften’ von dem Rittmeister Maler geschenkt erhalten hat
(Kekule, Das Leben Welckers 1880, 264). Eine ganz besondere
Freude bereiten Welckers eigenhändige Abschriften, die von ‘dem
ihm eigenen rastlosen Eifer auch im kleinen’ (Kekule 266) so

1 Vgl. AM. XLVI 1921, 1.
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