Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 49.1924

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AUS ALTEN PAPIEREN

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Auch für IG. IV 187 (Velsen III 47. I 104) wird man eher
an Überführung aus Rheneia als aus Salamis oder Eleusis
denken miissen, wenn auch Pittakis in den Berliner Scheden
I 605 Salamis als Fundort nennt.

3. Im iibrigen möchte ich mich bei den attischen Inschriften
besonderer Zuriickhaltung befleißigen. Curtius hat so manche
Inschrift abgeschrieben, die viel später Köhler und selbst erst
Kirchner veröffentlicht haben; man bedauert, daß er seinerzeit
nicht dazu gekommen ist, selbst die Friichte seiner Arbeit zu
ernten. Aus Mustoxidis’ Papieren werden besonders die Grab-
schriften Zuwachs erhalten, fiir die auch die ältere Literatur
noch manches Neue ergeben wird.

Zu den neuen Bänden I 2 und II 2 1. 2 nur ein paar kleine
Bemerkungen.

Auf der Riickseite von I 2 165 (nach Mustox.) hat III 1227
gestanden. Vgl. Mustox., Sched.; Pittakis, L’anc. Athenes 1835,
76 (Rangabis 1261). 495; Pittakis, Sched. Ak. II 75. III 1227 hat
zuletzt Liiders abgeschrieben; der Stein war damals mit der
alten Vorderseite eingemauert. Kirchner hat ihn nicht wieder-
gefunden; hoffentlich taucht er wieder auf und schenkt uns
damit auch I 2 165.

Ein eigenes Schicksal hat II 2 473 erfahren, der unvollendete
Anfang eines Psephismas vom Jahre 306/5, nur 5 Zeilen zu
nur je 11 Buchstaben. Auf der Riickseite nach Curtius ‘ein
halbes Oval in Relief’; zweifellos nach seiner Skizze die ‘pars
muliebris’ (nicht ein Gewicht!), wie II 1569 und II 5, 1558c. d.
Die beiden letzten stammen aus dem Heiligtum der Aphrodite
an der heiligen Straße bei Daphni; xdrco cptQovoi örpfjvag jtgög
yoficpcoöLV ijti ßäaecov h&ivcov nach Wide ('Ecp. aQy. 1910, 50, 5),
vielmehr werden sie in die Felswand eingelassen gewesen sein
(P. Baur, Eileithyia 1901, 45 = Philol. SBd. VIII 495). Auch
dem Asklepios am Südfuß der Burg sind solche f/ßai geweiht
worden (Baur a. a. O.).

II 2 996, 9, in einem Psephisma zu Ehren eines Priesters
des Asklepios, hat Curtius richtig, wie Kirchner nach Abschrift
und Abklatsch bestätigte, ijteTQaxe^coaaTo gelesen. Beim Komiker
Platon ijtLTQajts^co/iaTa Kock I 622, 74; TQajts^coftaTa Syll. 3
1007, 15 (Ziehen, Leg. Gr. sacrae S. 80). Die xoOfir/aig tfjg
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