Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 49.1924

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WALTHER WREDE

teils gewölbten Ziegelstücke sind vorderhand undatierbar.
Immerhin muß man vielleicht mit Wiederverwendung und
Umbau in späterer Zeit rechnen.

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Etwa 150 m südsüdöstlich im Walde, etwas abseits links
des zum Kastell führenden Pfades, am oberen Rande des von
hier nach Osten abfallenden Einschnittes, liegen Spuren von
Terrassen- und Hausmäuerchen mit antiken Firnisscherben. Nach
weiteren 100 m hart links am Pfade einige Blöcke, die ein
jetzt durchwühltes Geviert, wohl Grab, einschlossen.

Von der Felsenge führt ein kürzerer Pfad unmitfelbar links
(dem S. 161 beschriebenen Grabbau gegenüber) den Kiefernhang
hinauf und dann auf dessen Rücken in westlicher Richtung zum
Kastell. Auf diesem Wege, der, wie eine spärliche Grabspur
mit Stelenbettungsstein auf dem Bergrücken beweist, auch im
Altertum benutzt wurde, hat man nach Erreichen der Höhe die
Ostseite des Kastells mit dem großen Eckturm bis zuletzt un-
mittelbar über sich.

II. Das Kastell.

Vom Kastell haben Leake und Le Bas 1 für uns nicht
mehr verwendbare Planskizzen gegeben. Der spezielle Plan,
der gelegentlich der Vermessung des Gebietes für die ‘Karten
von Attika’ von Hauptmann Deneke angefertigt wurde, ist
nicht zur Veröffentlichung gekommen und gibt die Kastellmauer
sehr ungenau 2. Skias’ Untersuchungen im Anschluß an die
Arbeiten in der Panshöhle beschränkten sich auf den Demos
Phyle. Doch ließ er bei dieser Gelegenheit die Kastellmauern
von verderblichem Gesträuch säubern und an allen baufälligen
Stellen durch Mörtelwerk flicken 3.

Im Herbst 1923 und Frühsommer 1924 habe ich im Kastell
kleine Grabungen vorgenommen, um an einigen wesentlichen
Punkten das antike Niveau festzustellen und Anhaltspunkte für die

1 S. ob. S. 154 Anm. 1.

2 Dazu kurze Beschreibung des Kastells von Kaupert, Arch. Anz.
1892, 10 f.

3 IIqcmt. 1900, 41.
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