Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 49.1924

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PHYLE

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b) Der Rundturm II.

(Taf. IV 3; V 1; IX; Abb. 6, oben; Abb. 11).

In einem mächtigen Trümmerhaufen ist die große Rund-
bastion, deren einstiger Durchmesser sich auf 6—6,50 m er-
rechnen läßt, gegen Nordwesten hin zusammengebrochen. Im
westlichen Aussprung ragen nur noch unter der Wehrgangschicht
drei aufeinanderliegende Rundblöcke in die freie Luft (Taf. IX 2).
Vom östlichen Ansatzwinkel treppt die Turmschale mit der Ent-
fernung von der Mauer Schicht für Schicht ab und ist als ca. 5 m
langer Bogen zu verfolgen. Vom Grundriß des Turmes sind so
zwei Drittel sichtbar, der Rest liegt unter den Trümmern begraben.

Auch dieser Turm war bis zur Wehrganghöhe der Mauer
massiv. Auf dem Felsen ruht er mit zwei vorspringenden
Sockelschichten, über denen die Orthostatenschicht liegt, die den
Turm mit der Frontmauer des Kastells zu einer Einheit zusammen-
schließt. Wenn er dieser trotzdem sozusagen abgekehrt ist,
d. h. sich in ganz stumpfem Winkel rasch von ihr ab und der
Nordmauer zudreht, so wird das seinen Grund lediglich in der
Gestaltung des Felsuntergrundes haben, dessen Oberfläche sich
hier wohl (nicht sichtbar) mehr nach Norden als nach Osten
ausdehnte. Der Turm ist wundervoll mit der Mauer verwachsen,
sein Rund setzt sich sogar in deren Innerem fort. Er greift so
weit in das letzte Ende der Nordmauer vor dem Umbiegen nach
Südosten (bei K) ein, daß hinter ihm ein 1,75 m breiter Durch-
gang freibleibt. Auf der Seite des spitzen Winkels (G) bindet
immer eine Turmschicht in die Mauer ein, die nächste stößt,
aber auch gut eingebettet, an sie an. Auf der Ostseite (I) da-
gegen wechseln die einbindenden Turmsteine mit stumpf um-
biegenden Winkelblöcken, die so die Mauerschicht ohne Fuge
in den Turm überleiten.

Der Kammerboden lag auf dem Niveau der Nordmauer
(Schicht XIII). Drei normalhohe, keilförmige Steine derKammer-
wand liegen noch im Verband auf diesem Niveau (Taf. IV 3 yi
gepunktet); danach betrug die Wandstärke 0,95 m. Die Boden-
schicht der Kammer (normalhoch) springt unter diesen drei
Steinen sockelartig 0,40 m breit nach Südosten aus und setzt
ab gegen die um eine Schicht tiefer liegende Oberfläche der
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