Ars: časopis Ústavu Dejín Umenia Slovenskej Akadémie Vied — 1982

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Korpus aus Prešov

Imjahre 1967 wurde unerwartet in der zur r. kath. St. Nikolaus
Pfarrkirche zugebauten nördlichen Empirekapelle von aussen ein
polychromer Holzschnitt, 105.5 cm hoch, den gekreuzigten
Christus darstellend und aus den Jahren um 1520—1525 stam-
mend, gefunden. Wegen der ausserordentlich unansehnlichen,
oft hergeriçhteten Oberfläche und havariertem Zustand der
Polychromie war es nicht möglich sie sofort eingehender zu unter-
suchen und stylistisch zu analysieren.
Nach der Restaurierung in den Jahren 1971—1973 ist es mög-
lich sich mit der wertvollen Plastik in Hinsicht der Kunstgeschich-
te, vom Standpunkt der Stiläusserung ihres Schöpfers und mit
ihrer ästhetischen Bewertung zu befassen, sie genauer zu datieren
Und versuchen ihre Provenienz näher zu bestimmen. Im Laufe
der Restaurierungsarbeiten war es möglich neue Kenntnisse über
die ursprüngliche gotische Polychromie auf dem anspruchsvollen,
interessant gelösten Inkarnat zu gewinnen, der •— scheinbar —
bisher auf unserem Gebiet und in unserem Fond der spätgotischen
Skulptur eine neue Erscheinung und einen neuen Beitrag in der
Polychromie bedeutet.
Dem Meister — Polychromisten ging es hier um eine Reduk-
tion der Farbenpolyphonie, um Verwirklichung in Dichromie,

die in vielen Ländern als Begleiterscheinung historischer und
stylistischer Änderungen später in Monochromie mündete, um
sich dann im allmählichen Ausgang des Mittelalters in völliger
Negation der Polychromie und mit verschiedenen Abänderungen
auch in Achromie der Kunstwerke zu verankern.
Nach Reinigung des Holzschnittes von anderen Anlagerungen
wurde eine hohe ästhetische Wirkung erreicht. Die Inhaltsseite der
dargestellten Gestalt mit Gefühlspathos wurde nicht nur zur
Geltung gebracht, es wurde vielmehr eine ganze Palette von
plastischen Nuancen gewonnen. Eine grosse Ähnlichkeit der
Linien und Körperkonturen, die Modellation des Brustkorbes, der
Rippen, Hüften, der Stilisierung, Art und Faltenwurf der Hüften-
hülle, die Typologie des Gesichtes im Vergleich mit den sonstigen
Korpussen und Werken, die von Kunsthistorikern dem Pavel aus
Levoča zugeschrieben werden vorbestimir.en vorläufig auch
unseren Korpus aus Prešov in die Hände dieses Meisters. Unsere
neuen, bisher noch bescheidenen Kenntnisse sind aber keinesfalls
äusser acht zu lassen. Die Kunstentwicklung des Meisters Favel
von Levoča ist unablässig im Banne vieler ungeklärter Probleme.
Es ist deshalb Konfrontation und Analyse eines jeden Beitrages
zur Diskussion notwendig.
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