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Fueter, Eduard; L Art Ancien SA
Große Schweizer Forscher: Erst- und Frühausgaben ihrer Werke aus dem 16.-19. Jahrhundert : Biographien (Katalog-Nr. 27) — Zürich: L'Art Ancien S.A., Buch- und Kunstantiquariat, 1942

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https://doi.org/10.11588/diglit.57600#0094
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84

Kautzsch 181, 8. M. nimmt «als Hebraist nach Reuchlin eine der ersten Stellen ein». (ADB
23, 30.) Seine Grammatik «wurde von vielen Kennern allen ähnlichen Werken vorgezogen u.
erfreute sich solches Beifalls, dass sie bis zu M.s Tode 8 Auflagen erlebte». (Hantzsch, S. 134.)
Die vorhegende, seltene 8. Ausgabe der Grammatik ist nach Steinschneider (Cat. libr. hebr. in
Bibi. Bodleiana, II, 2013, 4) die beste. Titel u. einige der ersten SS. ausgebessert, sonst gutes
Exemplar.
485 (Münster, S., Fortsetzung.) — Cantica canticorum & ecclesiastes Salo-
monis paraphrasticos chaldaico idiomate conscripti (nam multo plura
haec, quam Hebraeorum seu vulgatae editionis exemplaria, continent,
ut instar commentariorum haec ad illa videri possint) & ex Chaldaea
lingua in Latinam versi per E. 0. Schreckenfuchsium. Ace. oratio fune-
bris, ab eodem Hebraice scripta de obitu Sebastiani Munsteri praeceptoris
sui observand. Basel, Henricpetrus, 1553. 8°. 2 Teile in 1 Bd. 8 Bll.,
286 SS., 3 Bll. (2 w.); 26 BH. Mit Druckermarke. Br. Fr. 65.—
Äusserst seltenes Werk in hebräisch-latein. Parallel-Text, das Hantzsch nur in 3 Ex. bekannt
war. Interessant vor allem wegen der ganz in hebräischen Lettern gedruckten, 52 Seiten
langen, biographisch interessanten und 1t. Wolf II 26, 43 nie übersetzten Leichen-
rede des in Basel lehrenden österr. Mathematikers, Philologen und Rhetorikers Schreckenfuchs
für seinen vertrauten Freund und Lehrer Seb. Münster. Sie schildert äusser dem Leben M.s
namentlich seine Verdienste um das Aufblühen der hebr. Studien in Deutschland.
(Hantzsch, S. Münster, S. 139.) Vgl. auch Steinschneider Nr. 1138 u. 7148. Mit Stempel «Museum
Rem. Faesch, Basili» a. d. Titel.
486 — Cosmographey oder Beschreibung aller Länder, Herschafften, für-
nemmsten Stetten, Geschichten, Gebreuchen etc. Gebessert und bis
a. d. J. 1569 gemehret. Basel (Petri), 1569. Fol. 6 Bll., 26 Doppel-
karten, 42 Bll., 1471 (fälschl. num. 1467) u. 1 SS. Mit 3 grossen Stadt-
ansichten (Worms, Heidelberg u. Wien), Stammbaum der Herren von
Zymbern, sowie zahlr. Holzschnitten u. Druckermarke. Schöner Original-
Holzdeckelbd. mit reich gepr. Schweinsleder. (Schliessen fehlen.)
Fr. 375.—
«Jenes grosse Werk, das M.s Namen mit Recht unsterblich gemacht hat. — Volkstümlich u.
gemeinverständlich geschrieben u. doch auf der Höhe der Wissenschaft jener Tage stehend, ver-
einigte es Geschichte u. Geographie, Astronomie u. Naturkunde u. bot überhaupt
alles, was der Gebildete v. d. Vergangenheit u. dem gegenwärtigen Zustande der Erde u. ihrer
Bewohner zu wissen brauchte. — Das eigentl. Werk zerfällt in 6 Bücher von sehr ungleichem Um-
fange. Das 1. gibt einen brauchbaren Abriss der physischen u. mathemat.-astronom.
Erdkunde, das 2. behandelt die Länder des südl. u. westl. Europas, das 3. Deutschland, das
4. Nord- u. Osteuropa, das 5. Asien u. die neuen Inseln, das letzte Afrika. — Der beste Abschnitt
der ganzen Kosmographie ist die Beschreibung der Landschaft Wallis. Sie rührt von Johann
Kalbermatter, Landvogt des Bischofs Hadrian von Sitten, her u. darf als schönes Muster einer
kurzen u. doch erschöpfenden landeskundl. Monographie bezeichnet werden. (Vgl. auch die
illustr. Beschreib, der sogen. „Matzen“.) —■ Von unvergänglichem Werte sind die schönen Illu-
strationen, in 1. Linie die grossen, meist doppelseitigen Städtebilder. Der Verleger liess sie
durch mehrere tüchtige Künstler (H. R. Manuel, D. Kandel, J. Clauser, K. Hofreuter
u. a.) auf doppelblattgrosse Holzstöcke zeichnen u. dann durch die Formschneider Chrph. Stim-
mer u. H. Holzmüller stechen. Diese Städtebilder sind namentlich dadurch von hohem
Interesse, dass sich unter ihnen die ältesten überhaupt vorhandenen Abbild, mancher
Ortschaften finden. — Noch heute geschätzt sind einige Porträts, namentlich das des Job. Hus,
des Joh. Stöffler, des Bon. Amerbach, des Herzogs Albrecht v. Preussen u. des Erasmus, letzteres
nach Holbein. Interessant u. kulturhistorisch wertvoll sind auch die zahlr. Kostümbilder,
die aller Wahrscheinlichkeit nach von H. R. Manuel gezeichnet sind. Einen prächtigen Schmuck
bilden endlich auch die schönen (nicht in allen Auflagen verwendeten) Randleisten u. Um-
rahmungen, welche teils v. Urs Graf, teils v. Holbein d. J. herrühren. Dem letzteren dürfte
auch eine kleine, aber meisterhafte Composition, ein Brunnen von 8 Kindern umtanzt (S. 5) zu-
zuschreiben sein.» (Hantzsch, S. Münster, S. 50 ff.) Unter den in dieser Ausgabe (nicht in Sahin
u. Phillips; Hantzsch 153, 14) neu hinzugekommenen Kapiteln befinden sich: Die Austeilung u.
 
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