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58

R. Lais f


licher als in jeder anderen Probe. Er wog 37,8 g. Diese bestanden zum kleineren Teil aus
wenig Kalkschrot und sandigen Wurzelröhrchen, kleinen Lößkonkretionen und einigen
winzigen Holzkohlenstückchen. Den größeren Teil (26,4 g) bildete eckiger Urgesteinssand,
vor allem Granit- oder Gneisstückchen, aber auch vereinzelte gut gerundete kleine Ur-
gesteinsgerölle. Nach dem geologischen Aufbau der Fundstelle und ihrer Umgebung ist es
ausgeschlossen, daß dieses Urgesteinsmaterial ohne Zutun des Menschen an diese Stelle
gekommen ist. Die Frage, ob die Geländerinne ein Verteidigungsgraben oder ein alter
Hohlweg ist, wird bereits durch diesen Befund entschieden. Auf der Sohle eines Verteidi-
gungsgrabens ist die Auflagerung ortsfremden Schwarzwaldmaterials unverständlich. Da-
gegen läßt sie sich leicht erklären, wenn man annimmt, daß die Sohle eines Hohlwegs
stellenweise durch Aufbringen einer Lage von Kies befestigt wurde, der aus der Ebene
nördlich oder südlich der Mengener Brücke herbeigeholt worden war. Aus einer derartigen
Kieslage ist das grobsandige Material mit dem durch den Hohlweg abrinnenden Regen-
wasser angeschwemmt worden.
b) Der Molluskenbestand dieser Schicht lieferte bei kleinerer Individuenzahl zehn
verschiedene Arten. iWichtig ist dabei das Zusammenvorkommen der wärmeliebenden
Art Truncatellina cylindrica Fer., mit der das feuchte Moos und moderndes Laub bewoh-
nenden Art Carychium minimum Müll. Es wurden also hier Faunenbestandteile aus
gegensätzlichen Biotopen zu einer Thanatocönose vereinigt, was in einer grabenartigen
Vertiefung nicht auffallend ist. Im Schatten der tieferen Teile leben am Moos und Laub
die kleinen Carychien, an den besonnten und trockenen oberen Teilen der Böschungen die
wärmeliebenden Truncatellinen. Auffallend ist vor allem im Gegensatz zu den darüber
folgenden Ablagerungen die Individuenarmut und die Zusammensetzung aus lauter ganz
kleinschaligen Arten. Die einzige größere Art, Cepaea hortensis Müll., ist nur in einem
winzigen Bruchstück vertreten. Diese beiden Tatsachen sind ebenfalls nur verständlich,
wenn man annimmt, daß der Graben einen alten Hohlweg darstellt, auf dessen Sohle
 
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