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K. Hammel

27. Bei den aufgefundenen Schlüsseln ist die Herstellungsweise bemerkenswert. Der
ganz einfache Schlüssel wurde aus Blech ausgeschnitten. Dann erfolgte die Auf-
rollung auf einen Zylinder. Die schmale, lange Endigung wurde zum Ring umge-
bogen, oben in das Rohr gesteckt und so entstand der Griff (Taf. 11, 12). Die
Rundbogen am Bart (Taf. 11, 15) lassen auf Entstehung in romanischer Zeit schlie-
ßen. An der Stange entstand durch Ausfeilen beim Griff ein Kerbschnittmuster.
Ein Schlüssel mit gebogenem Bart und Zacken darin ist als gotisch anzusehen.
28. Bei den Beschlägen von einem Pferdegeschirr ist der ganz einfache Schmuck durch
Einhiebe entstanden (Taf. 11, 10).
29. Ein leichter Hammer mit Gabelung. Den Hauptteil bildet ein vierseitiges Prisma
mit abgefasten Kanten, gotisch.
30. Zur großen Überraschung wurde die nur wenig beschädigte Kette gefunden, die
zum Aufhängen der Töpfe über dem Herd diente. Sie ist über einen Meter lang
und zum Verschieben an einer Eisenstange und zum Verlängern oder Verkürzen
eingerichtet. Die Kette ist aus gedrehten Vierkanteisen, wie auch
31. eine große Küchengabel mit starken, langen, gekrümmten Zinken.
32. Ein Fleischmesser und verschiedene größere und kleinere Küchenmesser.
33. Die gefundene Sichel hat eine sehr gestreckte Form, während ein Säßle fast nur
ausgerundete Form zeigt.
34. Über ein Dutzend eiserne Gürtel- und Riemenschnallen (Taf. 11, 9. 11).
35. Zahlreiche Nägel verschiedener Art und Größe.
Münzen
Zwei Münzen tragen auf der Vorderseite das Brustbild eines Bischofs mit Mitra
und Brustkreuz, den Krummstab in der Linken; die Finger der segnenden rechten Hand
sind merkwürdig gespreizt. Die Rückseiten zeigen jeweils das Lamm mit Kreuzstab.
Abgebildet ist je eine Vorder- und eine Rückseite (Taf. 10, 4. 6).
Die abgebildete Münze mit dem Lamm kann den Stilmerkmalen nach als roma-
nisch angesehen werden.
Die andere Münze mit dem Brustbild des Bischofs weist mit den schmalen, grätigen
Linienzügen in die Zeit der beginnenden Gotik. Münzdirektor Roller, Karlsruhe,
bestimmte beide Münzen als Bischöflich-Straßburgisch etwa aus der Zeit um 1230 und
als einfachste und kleinste Silbermünze jener Zeit.
Ein drittes, sehr abgenütztes Exemplar läßt keine bestimmte Figur mehr erkennen,
dagegen die einfachste Art der Herstellung. Dünnes Silberblech wurde in kleine Qua-
drate geschnitten und dann durch Hammerschlag rund geprägt.
 
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