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Fundschau 1949—1951: Jungsteinzeit

Ladenburg (Mannheim) „Am Galgen“.
1. Im Westteil der großen Kiesgrube (sog. „Heddesheimer Kiesgrube“) wurde 1950
unter dem Grab der Hügelgräberbronzezeit (s. unter „Bronzezeit“) in 1,1 m Tiefe eine
Bestattung der spätesten Steinzeit untersucht, die in West-Ost-Lage (W 15° N-O 15° S),
also im rechten Winkel zu dem früher geborgenen Grab der Hügelgräberbronzezeit lag.
Es liegt eine Abart der Hockerbestattung vor, bei der die Unterschenkel steil nach
rückwärts gegen die Oberschenkel liegend angetroffen wurden. Die rechteckige Grab-
grube von 1,9 X 0,7 m war deutlich als dunkle, mit Kohleflittern durchsetzte Lehm-
füllung im Kiesboden zu beobachten.
Funde: Ober- und unterhalb des Schädels in der Ohrengegend je ein dünnes Bronze-
ringchen, die so fein waren, daß eines während der Bergung vom Wind weggeblasen
wurde.
Die Hockerlage und die feinen Ohrringlein verweisen den Fund in die Zeit der Schnur-
keramiker (entsprechend einem Skelett vom Atzelberg). Im Bereich der Ladenburger
Kiesgrube wurden früher mehrfach Hockergräber mit schnurkeramischen Gefäßen
geborgen (5070b).
2. An der Südseite der großen Kiesgrube, nördlich der Straße Ladenburg-Wallstadt,
kam 1950 bei Abdeckarbeiten in 0,6 m Tiefe eine dunkle Grubenfüllung zum Vor-
schein, die bei 3 m oberer Ausdehnung noch 0,25 m tief reichte. Unter einer dann fol-
genden Schwemmschicht aus hellem, mit Rollkiesen durchsetzten Lehm zeigte sich eine
weitere Grube, die bei 1,1 m Dm. noch 0,25 m tief reichte. Aus den Gruben wurden
Rössener Scherben, Feuersteinsplitter und Tierknochen geborgen. Die Grube gehört zu
der Rössener Siedlung, die anläßlich umfangreicher Erdentnahmen in den Jahren 1925
bis 1937 untersucht wurde. (Vgl. Bad. Fundber. 13, 1937, 10; 14, 1938, 13). Da die
Kiesentnahme an dieser Stelle eingestellt ist, wird sich keine Gelegenheit zur weiteren
Beobachtung mehr ergeben (5071).
Mtbl. 22/6517 Ladenburg. — Verbleib: Schloßmuseum Mannheim. (Gember)
Litzelstetten (Konstanz).
Gärtner Schiele aus Dingelsdorf, der seit Jahren das Ufer des Überlinger Sees zwischen
der Insel Mainau und 'Wallhausen absucht, gelang es, zu den schon bekannten Ufer-
siedlungen auf Gemarkung Litzelstetten noch zwei weitere festzustellen.
1. Litzelstetten 1, „Bucht nordwestlich der Mainau“.
Offenbar stark durchwühlte Ufersiedlung in der Bucht unmittelbar nordwestlich der
Insel Mainau. Über Art und Umfang ließ sich kein einwandfreies Bild mehr gewinnen.
Vermutlich handelt es sich um die von E. Tröltsch (Die Pfahlbauten des Bodensee-
gebietes, 1902, 217) erwähnte Siedlung Litzelstetten 1.
Fund: 9,3 cm lange weidenblattförmige, steil kantenretuschierte Klinge (eines Dol-
ches?) aus tiefschwarz patiniertem Weißjurahornstein (Abb. 11).
2. Litzelstetten 2 und 3, „Beim Henkersholz“.
Beide Fundstellen bilden nach Schiele eine ca. 700 m lange Pfählung nordöstlich des
Dorfes in Höhe des Henkersholzes. Die größere Siedlung Litzelstetten 3 soll durch eine
 
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