Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
136

Fundschau 1949—1951: Bronzezeit


im Aufsatz Hormuth). Der Bestand als solcher ist erwünscht, da Siedlungsmaterial der
reinen Bronzezeit noch immer zu den Seltenheiten gehört.
Ungeklärt ist der Fund von Unterbaibach (Tauberbischofsheim), an dessen späthügel-
gräberbronzezeitlicher Stellung kaum zu zweifeln sein wird. Die Maße der Steinsetzung
sprechen fast für eine Anlage vom Typus der großen, allerdings meist älter-urnenfelder-
zeitlichen Steinkistengräber wie Eschborn-Wollmesheim, was nicht ausschließt, daß es
sich um einen besonders frühen Vertreter dieser oft diskutierten Gräbergruppe handeln
könnte. W. K.
Ladenburg (Mannheim) „Am Galgen“.
Im westlichen Teil der großen Kiesgrube (der sog. „Heddesheimer Kiesgrube“) wurde
1949 bei Wiederaufnahme des Abbaues nach etwa zehnjähriger Pause ein Grab der
Hügelgräberbronzezeit gefunden. Die Bronzen (s. unten) wurden nacheinander aus dem
verstürzten Abraum der Nordwand aufgelesen. Bei einer Nachuntersuchung 1950
wurden in 0,4 m Tiefe die Reste des dazugehörigen Skeletts und Scherben von zwei
Gefäßen gefunden.
Skelett: gestreckte Bestattung in Süd-Nordlage, in situ noch Ober- und Unterschenkel,
Teile des stark vergangenen Beckens, Teile des rechten Unterarms. Der Oberteil des
Grabes war früher schon abgestürzt.
Funde : 1. Bronzespirale in zehn Windungen mit abstehendem, von einem Mittel-
band abgebrochenen Ende. Drahtstärke: 1,5 mm (innen) — 3 mm (außen). Dm. der
Spirale 7 cm (Taf. 17, A 2). — 2. Bronzeradnadel, L. 14 cm (Spitze abgebrochen) mit
einfachem Radkreuz von 4 cm Dm. und etwas gerundeter Dreiecköse. Gußreste an
den Rändern der Radstege (Taf. 17, Al). — 3. Bronzeradnadel, L. 25 cm, Raddm.
4 cm, dreieckige Öse. Rad, Speichen und Öse beiderseits durch Strichelung verziert
(Taf. 17, A 3). — 4. Rechts vom Becken: Scherben einer Schale von etwa 15 cm Höhe
bei etwa 20 cm Mündungsdm.; braunschwarzer feingeschlämmter Ton mit samtartiger
Außenseite (Taf. 17, A4). — 5. Neben dem linken Fuß kleine Schale mit leicht ge-
kehltem Rand von 10 cm Mündungsweite und kleinem Boden von 1,5 cm Dm. aus
feingeschlemmtem braunschwarzen Ton.
Entsprechungen finden sich im Fund von Wixhausen (vgl. W. Jorns, Neue Beiträge zur
Hügelgräberbronzezeit in Starkenburg, Germania 28, 1944—1950, 177, Abb. 3). Zur
kleinen Schale vgl. Wallstadt (Bad. Fundber. 17, 1941—1947, Taf. 66a) (5070a).
Mtbl. 22/6517 Ladenburg. — Verbleib: Schloßmuseum Mannheim. (Gember)
Mingolsheim (Bruchsal) „Espenlöhl“.
1,5 km nordwestlich liefern im Kleinbetrieb abgebaute Kiesgruben seit 1925 immer
wieder Funde (vgl. Bad. Fundber. I, 1925—1928, 59. 184, frühgerm. Grab. — 13, 1937,
12; 16, 1940, 14, Funde der Hügelgräberbronzezeit. — 14, 1938, 12, Siedlungsfunde
der Hallstattzeit). 1951 konnte dank der Aufmerksamkeit von Hauptlehrer Hemberger-
Untergrombach ein abgestürztes Frauengrab der Hügelgräberbronzezeit geborgen wer-
den. Tiefe des Grabes 0,3 m. Vom Skelett erhalten: Röhrenknochen, Schädel, Schlüssel-
bein, einige Rippen. —
 
Annotationen