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Fundschau 1949—1951: Urncnfelderzeit

hinabreichende Kulturschicht, eine Erscheinung, die im Kaiserstuhl keineswegs zu den
Seltenheiten gehört.
Die abgedeckte Fläche der Kulturschicht reichte nicht aus, um ein klares Bild der Anlage
zu gewinnen. Immerhin wies eine rundliche Grube mit viel Holzkohle und einem
randlich gelegenen Scherbenrest, sowie der Rest einer etwa rechteckigen Verfärbung
auf eine länger benutzte Siedlungsstelle hin. Die Funde (Taf. 18, 1—14) selbst gehören
der älteren und jüngeren Urnenfelderkultur (Hallstatt A und B) an. Zur älteren Phase
werden Schalenränder wie Taf. 18, 6—8, ferner Töpfe wie Taf. 18, 3. 5 zu rechnen
sein. Möglicherweise gehört auch Grobkeramik wie Taf. 18, 1. 2 hierher, wenngleich
gerade diese auch sehr langlebig erscheint. Sicher einem jüngeren Abschnitt sind dagegen
die geschweifte Trichterurne (Taf. 18, 14) von Gündlinger Art, vor allem aber die
gewölbten Schalen Taf. 18, 10—13) zuzuweisen, von denen das Stück Taf. 18, 12 ein
eingerissenes Mäanderband aufweist. Der gesamte Komplex gehört ohne Einschränkung
zum Bereich der rheinisch-schweizerischen Urnenfeldergruppe.
Mtbl. 105/7911 Breisach. — Verbleib: MfU. Freiburg. (Unser, Kimmig)
Dingelsdorf (Konstanz) „Bucht südlich des Fließhorns“.
Über Lage und Fundumstände s. unter „Jungsteinzeit A) Siedlungen“, Fundstelle Din-
gelsdorf 2. Die Beobachtung, daß die Ufersiedlungen der Urnenfelderzeit im Bereich
der schweizerischen Alpenvorlandseen und am Bodensee durchweg nächst der Seehalde
liegen, berechtigt zu dem Schluß, daß auch unser Scherben aus der am weitesten see-
wärts festgestellten Pfählung stammen könnte.
Fund: Randscherbe einer geschweiften Schale mit gekehltem Horizontalrand, Ton
bräunlich, geglättet, Dm. 8 cm.
Mtbl. 148/8220 Überlingen. — (Eg. Gersbach)
Eberbach (Heidelberg) „Dielbacher Buchhalde“.
Am Eberbacher Stadtwald, 3 km östlich der Stadt, am Hang der südlichen Talwand des
Holderbachs fanden städtische Arbeiter 1951 beim Abräumen eines Blockmeeres, das
zur Straßenschotterung verwendet wird, eine Schale der älteren Urnenfelderkultur. Die
Untersuchung der Fundstelle durch Berichterstatter ergab, daß das Gefäß dicht unter
einer großen (1,3 X 1 X 0,5 m) Buntsandsteinplatte stand, die fast waagrecht über
einige kleine Blöcke gerutscht war, so daß eine kleine Höhlung entstand. Eine besondere
Herrichtung der Stelle war nicht zu erkennen, ebenso erbrachte die genaue Durch-
suchung der Umgebung und die zuverlässigen Aussagen der Finder keine Anhaltspunkte
für das Vorhandensein von Bronzen oder Leichenbrand. Nur zwei kleine Scherben
eines zweiten Gefäßes fanden sich noch.
Funde: 1. Breites, schüsselartiges Gefäß der Gruppe „Doppelkonische, urnenartige
Becher mit starker Abkantung“ (W. Kimmig, Urnenfelderkultur in Baden [1940] 57 ff).
Rand auf 2/s des Umfangs abgewittert. Farbe lederbraun mit dunkleren Flecken, feine
Engobe, glatt poliert. H. 8,8 cm, Dm. (Rand) 18,7 cm (Taf. 19, D). — 2. Zwei kleine
 
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