Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
Fundschau 1949—1951: Hallstattzeit

163

ostalpiner figuralverzierter Situlen, wo solche Schöpfer bei festlichen Gelagen Verwen-
dung fanden. Analog wird man sich mindestens einen Teil unserer Grabhügelkeramik
als zum Totengelage gehörig vorzustellen haben.
Was die Zeitstellung unseres Güttinger Grabes anbelangt, so dürfte sein späthall-
stättischer Charakter außer Zweifel stehen. Dafür sprechen nicht nur der Lignitarmring
(Taf. 28, 3; 29, 3), die Bronzeringe (die im Falle des Stückes Taf. 29, 11 schon fast
Lateneformen vorweg nehmen) sowie der Gürtelblechhaken (Taf. 29, 12), sondern auch
die Gefäßformen selbst. Töpfe wie Taf. 29, 4—5 zeigen schon ein ausgesprochen spät-
hallstättisches Profil. Dies gilt besonders für Taf. 29, 5, das gleichfalls schon zum frühen
Latene überleitet. Gefäße mit gekerbtem Rand sind überaus häufig in späthallstättischen
Siedlungskomplexen, wie etwa neuerdings die Ausgrabungen auf der Heune'burg am
Talhof, Kr. Saulgau/Oberschwaben, gezeigt haben (vgl. K. Bittel - A. Rieth, Die Heune-
burg an der oberen Donau (1951) Taf. 13, 1). Die gleiche Übung ist wiederum in späten
Urnengräbern Singens häufig zu beobachten. Mit einer solchen Zeitangabe wird aber
auch erneut die Frage des Weiterlebens „mittelhallstättischer“ Alb-Salem-Ware auf-
geworfen, der nicht nur die Halsfeldurnen, sondern vor allem der Bombentopf Taf.
29, 9 als klassischer Vertreter zugerechnet werden muß. Immer wieder zeigt es sich,
auf wie schwankendem Grunde die exakte Datierung gerade dieser Keramikgruppe
steht, die offenbar ohne wesentliche Veränderung beide Hallstattstufen überdauert hat,
soweit es sich heute beurteilen läßt (Ko 51/1 :1—51/18:1).
Mtbl. 147/8219 Radolfzell. — Verbleib: z. Z. MfU. Freiburg. (Beck, Kimmig)
Hödingen (Überlingen) „Haselwald“.
1941 wurde durch den früheren Leiter der Schloßschule Salem, Dr. Biendinger, zusam-
men mit Schülern in der schon von E. Wagner, Fundstätten und Funde 1 (1908) 76 ver-
zeichneten Grabhügelgruppe im „Haselwald“ ein Hügel durchsucht. „Es handelt sich
um den Hügel, der dem Waldrand am nächsten gelegen war.“ Grabungsunterlagen
liegen leider nicht vor, so daß den Funden nur der Wert von Einzelstücken beigemessen
werden kann.
Funde: 1. Mehrere Scherben einer verflauten Halsfeldurne. Auf Hals und Schulter
flüchtige Einstichzier, z. T. in Form von'Winkelsternen, erh. H. 23 cm (Taf. 30, 8). —
2. Teile einer großen, groben Schüssel mit knapp ausgelegtem Rand. Unter diesem
Zopfartige Leiste. Unter der leicht geschrägten Schulter Einstichreihe mit hängenden
Winkelriefen, erh. H. 13 cm (Taf. 30, 5). — 3. Randstücke von zwei größeren Töpfen
mit kurzem, weich ausgelegten Rand und z. T. kräftig geschweiftem Profil, Mündungs-
dm. 22 und 26 cm (Taf. 30, 3. 4). — 4. Mehrere Stücke eines Stufentellers mit innerem
Zierstern und reichem Stempelkerbschnitt, Dm. 34 cm, H. etwa 5,4 cm (Taf. 30, 1). —
5- Verzierter Wandscherben mit Kreisstempel (Taf. 30, 2). — 6. Goldener Stöpselohr-
rmg mit Punktbuckelzier, Dm. 1,2 cm (Taf. 30, 6 und Abb. 18, 10). — 7. 28 sorgfältig
zugeschliffene tonnenförmige Gagatperlen, Dm. 0,8 cm (Taf. 30, 7 und Abb. 18, 11). —
8. Zwei rundstabige, geschlossene Arm- und Fußringe aus Bronze, unverziert, Dm.
und 10,8 cm (Abb. 18,6.7). — 9. Rundstabiger, offener Bronzearmring, unver-
ziert, Dm. 6,8 cm (Abb. 18, 9). — 10. Rundstabiger, offener Armring mit feinen Rillen-

n*
 
Annotationen