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Fundschau 1949—1951: Römische Zeit

und Silberglanz deutlich zu erkennen. Gr.Dm. 2 cm; H. 1,23 cm. Ähnlich Chr. Albrecht,
Oberaden II (1942) 173, Abb. 46, e. f. — Zwei Eisenbrocken, offenbar von Kloben
oder dgl. —
2. Randstück einer kleinen Terra-nigra-Urne (Taf. 37, F 4), niedriger, stark nach außen
umgelegter spitzer Rand, Schulter ausladend, horizontal umlaufende, flache Riefe wenig
oberhalb des größten Bauchdm. Wohl verwandt mit Hofheim Nr. 114 B und Holwerda,
Nijmegen 272—274. Rekonstr. Randdm. 16 cm. —
3. Mehrere im einzelnen nicht mehr bestimmbare Scherben von etwa vier Gefäßen,
nämlich ein Krughenkel, drei gelbliche .Wandstücke, wohl von einem Krug, zwei Wand-
stücke von dickwandigem ziegelroten Gefäß, ein Wandstück von einer großen Wein-
amphora oder dergleichen, alles etwa 2. Jhdt. —
4. Zahlreiche Wandscherben und einige Boden- und Randstücke von wenigstens drei
grobtonigen, handgemachten Schüsseln. Die am besten erhaltene Probe Taf. 37, F 2.
Ton im Bruch grau oder schwarz, sehr grob gemagert, außen mit Schlick teils rötlich-
gelb, teils grau-braun überfangen. Böden meist flach, einmal leicht nach innen gewölbt,
Wände wenig geschweift, Ränder nach oben eingebogen. Die Scherben sind rein „ur-
geschichtlicher“ Machart und von echten Spätlatenescherben nicht zu unterscheiden. —
5. Ein Randstück mit sichelförmigem Profil (Taf. 37, F 3) von einem Kochtopf nach Art
von Gose Nr. 546. Ton rötlich-gelb, ziemlich fein, mit groben Magerungsmitteln ver-
setzt; zerschmolzene Kristalle waren nicht feststellbar; ob das Stück aus Mayen/Eifel
stammt, ist mir fraglich (vgl. Germania 24, 1940, 47 ff. Nierhaus). Datierung ins 4. Jhdt.
wohl unabweisbar.
Die Beurteilung der Funde ist durch ihre Ungleichartigkeit sehr erschwert. Derart reine
„Spätlatene“-Formen wie Taf. 37, F 2 und dazu das Nigra-Ürnchen Taf. 37, F 4 sind
kaum später als um die Wende vom 1. zum 2. Jhdt. anzusetzen. Die sonstige Keramik
kann 2. bis 3. Jhdt. sein, Taf. 37, F 3 nur 4. Jhdt. Auf grobe einheimische Keramik
an der Stelle machte schon K. Gutmann a. a. O. aufmerksam. Sie als „germanisch“
anzusprechen, liegt allerdings keinerlei Grund vor, was nicht hindert, daß die Siedler
Oberrhein-Sueben gewesen sein können. Genauere Untersuchung der Stelle wäre wün-
schenswert (Ra 50/1—50/5).
Mtbl. 60/7114 Iffezheim. — Verbleib: Heimatmuseum Rastatt. (Weber, Nierhaus)
Karlsruhe, Stadtteil Durlach, „Storrenäcker“.
Die bei E. Wagner, Fundstätten und Funde 2 (1911) 84 genannte römische Fundstelle
einer heute von der Autobahn überquerten Kiesinsel in der Kinzig-Murg-Rinne, wurde
1947 mehrfach begangen, wobei neben römischen Scherben auch Leichenbrand auf-
gelesen wurde. Die Annahme Bonnets (vgl. E. Wagner a. a. O.), daß hier römische
Gräber durch den Pflug zerstört wurden, scheint sich damit zu bestätigen.
Mtbl. 51/6916 Karlsruhe. — Verbleib: Archiv Landesdenkmalamt Karlsruhe.
(Heukemes)
Karsau, Ortsteil Beuggen (Säckingen) „Burstei“.
In den Baugruben von Neubauten längs der Rheinuferstraße Beuggen—Riedmatt auf
dem Südhang des „Burstei“ kamen mehrfach Leistenziegelbrocken zum Vorschein. Von
 
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