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Fundschau 1949—1951: Alamannisch-fränkische Zeit

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Enden der Mittelrippe schräge Kerblinie,\ die durch zwei querlaufende abgeschlossen
sind. Erhaltene L. 8 cm, Br. 4,2 cm (Taf 42, A).
Datierung der Gräber: Ende 6. — Anfang 7. Jhdt. (Gerbig)
2. „Schallerei“.
In drei Grabungsabschnitten wurden 1951 acht Gräber untersucht. Dem Vernehmen
nach sollen im südlichen anschließenden Grundstück „schon früher“ Skelette zum
Vorschein gekommen sein. Untersucht wurde aber nichts.
Durch Bauarbeiten wurde dieser Begräbnisplatz dank der Aufmerksamkeit des Ober-
lehrers Häusler entdeckt.
Grab 1 : teilweise zerstört, Grabboden mit flachen Geschieben gepflastert, Skelett
teilweise mit gleichen Platten bedeckt. Erwachsener, Grabtiefe: — 1,4 m.
Beigaben: 1. Bronzeschnalle am rechten Unterarm mit ovalem Querschnitt, Dorn
fehlt, 4 X 2,5 cm (Taf. 43, Dl). — 2. Bruchstücke eines kleinen Eisenmessers auf dem
Becken, L. noch 6,5 cm (Taf. 43, D 4). — 3. Schmales, vierkantiges Eisenstück (Feuer-
stahl?), L. noch 5,5 cm, größte Dicke 0,4 cm (Taf. 43, D 2). — 4. Ein Silexabspliß
(Taf. 43, D 3).
Grab 2 : Bodenpflasterung aus Wutachgeschieben, Erwachsener, Skelett schlecht er-
halten, Grabtiefe: — 1,45 m.
Beigaben: 1. Lanzenspitze mit Tülle, flachem Blatt und schwacher Mittelrippe, auf
der rechten Körperseite, L. 58 cm, davon Tülle 29 cm, größte Blattbr. 4 cm, Tüllendm.
etwa 2,5 cm (Taf. 43, B 7), ähnlich etwa J. Werner, Münzdatierte Grabfunde, Taf, 27,
A 3 oder H. Stoll, Hailfingen, Taf. 32, 15. — 2. Schmale, an den Rändern stark
abgeflachte Schilddornschnalle aus Bronze unterhalb der Lanzenspitze 4,5 X 1,7 cm,
Dornlänge 3 cm (Taf. 43, B 2). — 3. Anschließend ein Sax, nur bruchstückweise erhal-
ten (Taf. 43, B 6). — 4. Darauf eine Spatha, L. 99 cm, davon Griffdorn 11,5 cm,
Br. 5 cm (Taf. 43, B 8). — 5. Vergoldetes, rechteckiges Silberbeschläg in Höhe des
Beckens; an den Schmalseiten je vier Nietlöcher zwischen zwei erhöhten rechteckigen
Zierleisten mit gegenständigen, spitzwinkligen Dreiecken, die mit Nielloeinlage ausge-
füllt sind, zwei eingravierte Rillen, in ihrer Mitte eine gravierte Rippe; innerhalb der
zweiten Zierleiste wieder zwischen zwei eingravierten Rillen eine Rippe und im Inne-
ren des Musters eine satteldachförmige Rippe. L. 3,5 cm, Br. 2,2 cm (Taf. 43, B 1). —
6. Eisenmesser auf dem linken Becken, L. 18,5 cm, davon Griffdorn 4,5 cm, größte
Br. 2 cm (Taf. 43, B 5). — 7. Bruchstück eines im Querschnitt rechteckigen Eisen-
pfriemes neben dem Messer, L. noch 7 cm (Taf. 43, B 4). — 8. Rechteckiger, schmaler
Eisenpfriem? L. 5 cm (Taf. 43, B 3). — 9. Reste eines eisernen U-förmig genuteten
Ortbandes mit Knopf, L. noch 9 cm, Br. noch 5,5 cm (Taf. 43, B 9).
Grab 3 : rechteckige mit flachen Geschieben ausgelegte Grube; gut erhaltenes Skelett
eines Erwachsenen, keine Beigaben.
Grab 4 : gleiche Grube wie Grab 3, Skelett eines Erwachsenen.

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