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Fundschau 1949—1951: Alte Straßen und Wege, Verschiedenes

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bloßem Geäst. Darüber und darunter Flußablagerungen der Oos. Weiter südlich, etwa
135 m von der Oosbrücke entfernt, wird der Knüppelweg streckenweise durch eine
Steinlage aus unregelmäßig verteilten Bruchsteinbrocken ersetzt, an anderen Strecken
läuft er westlich neben der Steinlage weiter. An dem in Richtung Sinzheim ansteigenden
Hang, etwa 250—300 m südlich der Oosbrücke, konnte man beobachten, daß die
moderne Straße früher anfängt zu steigen und die Steigung allmählicher nimmt als der
Knüppelweg, der länger eben lief und dann steiler anstieg, derart, daß der senkrechte
Abstand zwischen der modernen Straße und dem Knüppelweg sich bis zu 1,8 m ver-
größerte.
Einzelfunde: Hufeisen, untypische Ziegelbröckchen, zwei kleine, wahrscheinlich mittel-
alterliche Scherben von der Unterkante des Knüppelwegs.
Datierung: Die Einzelfunde und die sehr schlechte Technik des Knüppelwegs machen
es wahrscheinlich, daß der Weg mittelalterlich ist. Von der Römerstraße, die gleichfalls
etwa im Zuge der heutigen Bundesstraße verlaufen sein muß, wurde mit Sicherheit
nichts nachgewiesen. Lag sie unter der erreichten Tiefe von 3,6 m oder war sie seitlich
verschoben?
Mtbl. 67/7215 Baden-Baden. — Verbleib: Stadtgeschichtl. Slg. Baden-Baden.
(Braun, Nierhaus)
Langenhart (Stockach) „Benisgärten“.
Eine auf der Erdoberfläche sich deutlich abhebende Aufwölbung, die bei E. Wagner,
Fundstätten und Funde 1 (1908) 46 als Römerstraße („Ochsenstraße“) erwähnt ist,
wurde in einem 0,6 m breiten Schnitt untersucht. Die Gesamtbreite des alten Weges
betrug 3,75 m; er wies eine 0,2—0,25 m dicke Aufschüttung aus feinkörnigem Kalk-
splitt auf und zeigte eine gewölbte Oberfläche. Datierende Funde wurden nicht gemacht,
so daß an dieser Stelle ein Hinweis auf den römischen Ursprung fehlt.
Mtbl. 113/7920 Leibertingen. (Gerbig)

Villingen „Auf dem Kapf“.
Der als Römerstraße bezeichnete Aufstieg am Nordhang des Kirnachtales auf die Höhe
des Kapfs diente als Verbindung der in und am Langmoos gelegenen mittelalterlichen
Ausbausiedlungen Saivest, Breitbrunnen, Groppertal und Röhlinbachtal zur Stadt
Villingen. Tiefe Radspuren im Granit beweisen eine starke Benützung. Diese Weg-
führung hat also nur lokale Bedeutung und paßt nicht in das römische Straßensystem
(s. unter „Befestigungsanlagen“).
Mtbl. 110/7916 Villingen. (Revellio)

Verschiedenes
Baden-Baden, Rathaushof.
Unter dem Rathaushof wurde 1891 bei Bauarbeiten eine Höhle entdeckt, über deren
Alter, Zweck und Entstehung nichts bekannt ist. Auch in der Jesuitenchronik des
17. und 18. Jhdts. wird sie nicht erwähnt, obwohl die Jesuiten damals die Grundstücks-

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