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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 21.1958

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https://doi.org/10.11588/diglit.43788#0019
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Neufunde aus der „Midieisberger“ Höhensiedlung bei Munzingen, Ldkrs. Freiburg i.Br.

13

In den Jahren 1928/1929 war im Jechtinger Gewann „Im Tal“ ein reich verziertes
Gefäß geborgen worden, das von K. S. Gutmann als „Prachtgefäß von Bischoffingen“
in die Literatur eingeführt wurde.8) Die damit vergleichbaren Oberrheinfunde wurden
zuletzt von Kimmig zu einer „Gruppe Bischoffingen—Leiselheim“ zusammengefaßt.10)
Im Anschluß daran hat der Verfasser versucht, diese Erscheinung in einen größeren Zu-
sammenhang zu stellen und sie mit dem Kaiserstühler Michelsberg in engere Verbindung
zu bringen.11) Da die „Bischoffinger“ Funde des Straßburger Raums im Rahmen einer
Mainzer Dissertation12) neu überprüft werden, erscheint es nützlich, auch das entspre-
chende Kaiserstühler Material nochmals kurz durchzugehen:
In der sorgfältigen Veröffentlichung Gutmanns wurde mit Nachdruck auf die starke
Glimmermagerung des namengebenden „Bischoffinger“ Gefäßes und eines Teils seiner
Beifunde (Taf. 15, 3) hingewiesen. Da dieser Umstand später nie beachtet wurde, fiel es
auch nicht auf, daß einige durch eigenartige Formgebung ausgezeichnete „Michelsberger“
Funde aus den Riegeler Gewannen „Filger“, „Häfler“ und „Gehrpfad“13) dieselbe Glim-
mermagerung und teils ähnliche Tonbehandlung zeigen. Versuchsweise sei diese unver-
zierte Riegeler Ware also einmal an die verzierte „Bischoffinger“ Keramikgruppe an-
geschlossen.
Formal kommen den Riegeler Funden solche von Ihringen-„Burghalde“ und Ihrin-
gen-„Totenkopf“ nahe.14) Bei den abgebildeten Gefäßen fehlt hier der Glimmerzusatz,

8) Gutmann, Bad. Fundber. II, 1929—1932, 193 ff. u. Abb. 78 u. 79.
10) Kimmig, Rössen 60 ff. u. Taf. 14.
n) R. A. Maier, Germania 33, 1955, 161 ff.
12) Frl. E. Franke verdanke ich die Einsicht in das betr. Material und die freundliche Erlaubnis,
einzelne unveröffentlichte Stücke hier erwähnen zu dürfen.
13) Kimmig, Michelsberg 107 f. u. Taf. 39, C.
14) a. a. O. 100 f. u. Taf. 39, A. B.

Erläuterungen zur Tabelle 1

A = Flaschen- bzw. amphorenartige Gefäße.
B = Glockenförmige und steilkonische Gefäße.
C = ösenschalen wie (Taf. 5, 6; 6, 14; 9, 2; 10, 5).
D = Trichterrandgefäße mit abgesetztem oder S-förmig ausschwingendem Rand wie (Taf. 3, 1;
17,10).
E = Eiförmige Gefäße mit Standboden, abgesetzt ausladendem Hals und Randknubben
(Taf. 5,14; 17,7).
F = Dosenartige oder piroforme Gefäße (Taf. 9,13; 11,4).
G = „Kielvasen“ (Taf. 13, 2).
H = Welte Knickwandschalen wie (Taf. 12, 13; 21,24).
I = Sog. ,.Backteller“.
J = Streuung des punktgesäumten Kübels (Taf. 7,1).
K = Gemagerter Schlick- und Tonauftrag.
L = Randknubben und Randzapfen.
M = Von oben geführte Randkerbung und Randdellung (außer „Backtellern“).
N — Außen verzierte Randsäume (vgl. auch unter J).
O = Auffallende Glimmermagerung.
P — Stärker eisenschüssige Tonware.
 
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