Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 21.1958

DOI article: DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.43788#0181
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
Die Tierbeigaben aus den Gräbern von Gerlachsheim, Ilvesheim, Zeutern

175

aber nicht zu Nr. 1 gehörig. Der aufsteigende Ast fehlt. Das Bruchstück eines Processus
condyloideus scheint der Farbe und Größe nach dazuzugehören, während ein loser
Processus coronoideus, der in der Größe passen könnte, durch seine graubraune Farbe
absticht. — 3. Oberarm (Humerus) rechts: das distale Gelenk, mit Spuren der Zer-
trümmerung. Maße unsicher; könnte zu der Ziege gehören. — 4. Oberarm (Humerus)
links: distales Gelenk, noch mehr beschädigt als Nr. 3. Grau gefärbt wohl spätere Bei-
mengung. — 5. Schienbein (Tibia) rechts: distale Hälfte einer pathologisch völlig ver-
änderten und gekrümmten Tibia. Der Größe und Farbe nach vielleicht von der Ziege.
4. Hausschwein Sus scrofa domesticus (Rütimeyer):
Oberarm (Humerus) links: das untere Drittel mit dem distalen Gelenk. Offenes Fora-
men supratrochleare. Grau gefärbt.
5. Hausschwein Sus scrofa domesticus (Rütimeyer):
Wadenbein (Fibula): Bruchstück von einem ganz jungen Tier.
6. Hausrind Bos taurus domesticus L.:
Zwei Epiphysen von den Metapodien junger Rinder. Grau und schmutzigweiß gefärbt.
Dem Funde von Zeutern haftet eine große Unsicherheit bezüglich der Zusammen-
gehörigkeit und Gleichzeitigkeit an. Die beiden Unterkiefer sprechen nach den Unter-
suchungen von Woldrich3), dem ein sehr umfangreiches Material von Ovinenunter-
kiefern aus dem sog. Pfahlbau von Ribac vorlag, mehr für Schaf. Die allerdings nur
geringen Größenunterschiede und die leichte Verschiedenheit der Zahnabnutzung be-
weisen das Vorhandensein zweier verschiedener Tiere. Der linke LTnterkiefer gehört
einem etwas älteren Exemplar an.
Alle Knochen mit grauer Tönung darf man wohl der erwähnten römerzeitlichen Sied-
lung zuschreiben. Dazu würden vor allem die Rinderepiphysen und das Oberarm-
fragment eines durch sein perforiertes Gelenk als Hausschwein ausgewiesenen Tieres
gehören. Die offensichtliche Störung des Grabzusammenhanges mahnt zur Vorsicht bei
der Ausdeutung des Befundes und läßt auch die ausführliche Beschreibung und Bearbei-
tung aller Bruchstücke und Rippen unnötig erscheinen.

3) J. N. Woldrich, Wirbelthierfauna des Pfahlbaues von Ripac bei Behac. Wissenschaftliche
Mitteilungen aus Bosnien und Hercegovina V, 1897, 25 ff.
 
Annotationen