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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 21.1958

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https://doi.org/10.11588/diglit.43788#0238
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232

Fundschau 1954—1956: Bronzezeit

Funde: 1. Bronzenadel mit Petschaftkopf, Schaft unter dem Kopf horizontal gerillt,
darunter senkrechte Striche, Unterrand der Kopfplatte zart gekerbt; L. 17,5 cm
(Taf. 61, 5). — 2. Bronzereif mit gegenständigen Endspiralen von je sieben Windungen
aus dünnem, stabrundem Draht; Weite 4,8 cm (Taf. 61, 7). — 3. Bronzebügel von dach-
förmigem Querschnitt mit einwärtsgebogenen Enden; L. 4,2 cm (Taf. 61, 6). —
Einzelfunde aus dem Bereich der Baugrube, wohl von früher zerstörten Gräbern
herrühend:
1. Arm- oder Fußreif aus stab rundem Bronzedraht mit gegenständigen Endspiralen von
je sechs Windungen; Weite 6,5 cm (Taf. 61, 8). — 2. Zum Ring gebogenes Bruchstück
eines zarten Spiralarmbandes mit D-förmigem Querschnitt, ein Ende zum Haken
zurückgebogen (Taf. 61, 9).
Mtbl. 22/6517 Ladenburg. — Verbleib: Archiv Karlsruhe. (Gember, Dauber)
Mannheim, Stadtteil Wallstadt, „Auf den Sand und das Ried“, 0,4 km N. — Gräber.
1955: Auf dem Grundstück Lgb. Nr. 7017 (Bes. Adam Boxheimer) wurde von der
Firma Fr. Kreiner eine Sandgrube angelegt. Sie baute an dieser Stelle flächig ausgebrei-
teten Dünensand ab, dem eine kleine, von Nordwest nach Südost verlaufende Düne
von weniger als 1 m H. aufgesetzt war. Die Grube ist inzwischen wieder eingestellt.
In dieser Sandgrube, in der nach den Erfahrungen in der Gegend wegen ihrer großen
Entfernung vom nächsten alten Neckarlauf (300 m) kaum Funde zu erwarten waren,
kamen doch verschiedene Grab- und Siedlungsfunde zutage, die z. T. von F. Gember
untersucht und geborgen werden konnten. Ihrer schlechten Erhaltung wegen wurden
die Funde jedoch erst nach Anfahren durch den Bagger bemerkt und waren dadurch alle
mehr oder weniger zerstört. Mit dem Verlust weiterer Gräber muß gerechnet werden.
Vom Mai bis Juli 1955 wurden hier vier Gräber der Hügelgräberbronzezeit gefunden,
die in einer etwa von Südost nach Nordwest gerichteten Reihe lagen.
Grab 1 : Tiefe 0,9 m. Nur Restbefund, Schädel auf der linken Seite liegend, auf der
Gesichtsseite, um den Schädel verstreut, verbrannte Knochen. Orientierung O—W.
Beigaben: 1. Dünnwandige, bauchige Henkeltasse mit Steilrand, Bandhenkel unter
dem Rand ansetzend, innen und außen durch Überzug fein geglättet, Farbe dunkel-
graubraun mit helleren Flecken; H. 9,8 cm, Randdm. 13 cm, Bodendm. 5,5 cm (Taf. 62,
19). — 2. Konische Henkeltasse von ungleichmäßiger Höhe, Bandhenkel am Rand
ansetzend, sandiger Ton von rotbrauner Farbe und schwachem Brand, ausgelaugt und
zu schiefriger Aufspaltung neigend; mittl. H. 5,5 cm, Randdm. 13 cm, Bodendm. 5 cm
(Taf. 62, 18). — 3. Von Tasse 2. Öffnung über Öffnung bedeckt, steilwandige Henkel-
tasse, Henkel am Rand ansetzend, rötlich-brauner Ton von schlechter Beschaffenheit,
stark ausgelaugt; H. 5,5 cm, Randdm. 7,5 cm, Bodendm. 4 cm (Taf. 62, 17). Die drei
Gefäße (1.—3.) lagen hinter dem Schädel. — 4. Offener Bronzering, knapp 2 cm Dm.
Enden 1 cm übereinandergreifend, Spitzen leicht aufgebogen (Taf. 62, 16), Lage: unter
dem Hinterhaupt. — 5. Bronzespiralring mit zweiWindungen; Dm. 1,8 cm (Taf. 62, 15),
Lage: beim linken Ohr. —
Grab 2 : 2 m westl. von Grab 1. Tiefe 0,9 m. Teilbefund, Oberkörper bis einschließ-
lich Becken abgebaggert. In situ Beine und Teile des rechten Unterarms. Orientie-
rung O—W.
 
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