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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 21.1958

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https://doi.org/10.11588/diglit.43788#0273
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Fundschau 1954—1956: Alamannisch-fränkische Zeit

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linken Ellbogen; L. 6 cm. — 7. Ein Stück Muschelkalkhornstein mit Rostspuren an
linker Körperseite (Herzgegend). — 8. Durch Niete zusammengehaltener Streifen
Silberblech von 1 cm Br. unter dem linken Ellbogen (Taf. 79, 13). — 9. Boden eines
Tongefäßes zwischen den Beinen; Dm. 7 cm.
Grab 4 : Bei den Bauarbeiten zerstört, nur Funde geborgen.
Beigaben: 1. Doppelkonischer Topf von schwarzgrauer Farbe, hart gebrannt, auf
der Schulter Ornamentband in Rädchentechnik, Quadratmuster, dreizeilig; H. 12 cm,
Randdm. 10,8 cm, Bodendm. 5,5 cm (Taf. 79, 20). — 2. Dickbodiger Becher mit um-
gelegtem Rand aus graugelbem, mäßig gebranntem Ton; H. 10,6 cm, Randdm. 9 cm,
Bodendm. 6 cm (Taf. 79,19).— 3. 19 Perlen aus Glasfritte, davon 9 Melonenperlen (5423).
Mtbl. 53/6918 Bretten. — Verbleib: Heimatmuseum Bretten. (Dauber)
Donaueschingen „Bohrer“, 0,5 km WNW. — Einzelfund.
1955: Durch Vermittlung von Herrn Rektor K. Wacker, Donaueschingen, übergab ein
Schüler eine alamannische Lanzenspitze, die er mit seiner Mutter im elterlichen Garten
an der Brigach gefunden hat. Da in unmittelbarer Nähe des Flüßchens derartige Funde
bisher unbekannt sind, besteht die Vermutung, daß das Stück vielleicht von einem der
alamannischen Friedhöfe vom „Tafelkreuz“ oder bei der Sebastianskapelle stammt.
Fund: Eiserne Lanzenspitze mit langer Tülle und schmalem, zur Mitte verdicktem
Blatt. Entlang dem Blatt Doppelriefen, die zum Tüllengrund in spitzwinkligen Drei-
ecken auslaufen. Tülle achtkantig; L. 37 cm, davon Tülle 17,5 cm (Do 56/2) (Taf. 80, 9).
Datierung: 7. Jhdt.
Mtbl. 120/8016 Donaueschingen. — Verbleib: F. F. Slg. Donaueschingen.
(Salm, A. Eckerle)

Bad Dürrheim (Villingen) „Unter Bitz“, östl. Stadtrand. — Gräber.
1955: Am Ostrand der Gemeinde stieß der Bagger beim Aushub der Baugrube auf dem
Grundstück Lgb. Nr. 351/5 auf Skelette. Dank der Aufmerksamkeit des Besitzers des
Nachbargrundstücks, Herrn Maus, meldete das Bürgermeisteramt sofort den Fund.
Schon mehrfach sind in diesem Gelände Gräber angetroffen, aber kein einziges ord-
nungsgemäß geborgen worden (vgl. Bad. Fundber. I, 1925—1928, 210; III, 1932—1936,
172; 19, 1951, 215. — Schriften des Ver. f. Gesch. u. Natgesch. d. Baar: P. Revellio, Die
Baar in vor- und frühgeschichtlicher Zeit 15, 1924, 35 ff.). Herr Oberlehrer Bärmann
hatte je ein Skelett in der Nord- und Südwand mit seinen Schülern in vorbildlicher
Weise frei präpariert, so daß die Aufnahme des Befundes wesentlich erleichtert wurde
Grab 1 : Grabgrube im blau-violetten Lettenboden nicht erkennbar. Skelett in ge-
streckter Rückenlage, Schädel und linker Oberarm herausgerissen. Grabboden in 1,30 m
Tiefe.
Beigabe: Eisenrest mit Bronzenieten (vielleicht von einer Riemenzunge) (Vi 55/1).
Grab 2 : Grabgrube nicht erkennbar. Skelett in gestreckter Rückenlage, rechte Kör-
perseite herausgerissen. Keine Beigaben.
 
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