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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 21.1958

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https://doi.org/10.11588/diglit.43788#0276
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Fundschau 1954—1956: Alamannisdi-fränkische Zeit

270

In einer Tiefe von 0,55 m kam eine Grabeinfassung aus Kalksteinplatten zutage. Die
Längsseiten bestanden aus mehreren Schichten aufeinander liegender Platten, während
am Kopf- und Fußende des Grabes je eine große Platte senkrecht im Boden steckte.
Das Skelett befand sich in gestreckter Rückenlage und war gut erhalten.
Beigaben: 1. Kleine, rechteckige Bronzeschnalle mit zwei Nieten in Perlrand und
schmalem Dorn, neben der linken Schädelseite; 1,8 X 1,4 cm (Fr 56/1) (Taf. 80, 17). —
2. Ähnliche Schnalle neben dem rechten Ellenbogen (Fr 56/2) (Taf. 80, 16). — 3. Kleine,
spitz zulaufende Bronzeriemenzunge mit drei Nieten in Perlrand; L.4,7 cm, gr.Br. 1 cm
(Fr 56/3) (Taf. 80, 15). — 4. Kleines Eisenmesser, Griffdorn körperaufwärts, Schneide
vom Körper abgewandt, neben dem rechten Unterarm; L. noch 20,2 cm, davon Griff-
dorn noch 4,8 cm (Fr 56/4) (Taf. 80, 18).
Der Fund ist bedeutsam, weil hier erstmals am Oberrhein ein alamannisches, mit Stei-
nen eingefaßtes Grab am Abbruch zur Rheinaue beobachtet werden konnte.
Datierung: 7. Jhdt.
Mtbl. 115/8011 Hartheim. — Verbleib: MfU. Freiburg. (Gerbig, A. Eckerle)

Herten (Lörrach) „Weberalten“, 1,5 km S. — „Grab“.
1954: Kreispfleger Kuhn fand in der Kiesgrube Lgb. Nr. 1657 einen stark korrodierten
kleinen Sax (Lö 54/1) (Taf. 80, 14), der vermutlich von einem Grab stammt, das bei der
Eigenbewegung der Kieswand zerstört wurde.
Die Nachschau ergab keine sicheren Hinweise auf ein Grab. Die Fundstelle liegt aber im
Bereich eines alamannischen Friedhofes (vgl. Wagner 1 [1908] 156 f.; Bad. Fundber. I,
1925—1928, 319. 341; II, 1929—1932, 67. 169. 259. 388 ff.; III, 1933—1936, 27 ff. 61.
167 ff. 306. 386).
Mtbl. 165/8412 Wyhlen. — Verbleib: Heimatmuseum Lörrach. (Kuhn, Gerbig)
Hilzingen (Konstanz) „Im Bohl“, (Ostrand des Dorfes). — Grab.
1954: Landwirt Hägele stieß beim Ausheben eines Grabens auf Skeletteile. Eine Beob-
achtung der Grabgrube war nicht möglich, weil beim Eintreffen des Berichterstatters
die Fundstelle wieder eingeebnet war.
Beigaben: 1. Zwei größere Scherben eines grauen, doppelkonischen Gefäßes, dessen
Profil gesichert ist. Auf der Schulter eingeglättetes Rautenmuster, vom Bauchknick zum
Boden eingeglättetes, umlaufendes Dreieckmuster; H. 12 cm (Sn 56/4) (Taf. 82, 14). —
2. Stark korrodiertes Eisenmesser; erh.L. 17,5 cm, davon Griffangel noch 5 cm (Sn 56/5)
(Taf. 82, 13). — 3. Doppelkonische Perle aus blauer Glasfritte (Sn 56/6).
Ein schmales, an einem Ende in der Art einer Riemenzunge spitz zulaufendes Eisen-
stück, am anderen Ende mit griffdornartigem Fortsatz dürfte nicht zu dem Fundkom-
plex gehören. Das kaum korrodierte Stück mutet nach der Konservierung modern an.
Datierung: 6./7. Jhdt.
Mtbl. 146/8218 Hilzingen. — Verbleib: Hegaumuseum Singen.

(Funk)
 
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