Aufdermauer, Jörg; Baden-Württemberg / Amt für Ur- und Frühgeschichte [Editor]
Badische Fundberichte / Sonderheft: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens: Ein Grabhügelfeld der Hallstattzeit bei Mauenheim: Ldkrs. Donaueschingen — Freiburg i. Br., 3.1963

Page: 17
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Hallstatt- und umenfelderzeitlidie Streuscherben aus einem Erweiterungsschnitt an der Landstraße:

Do 58/89 Kleines, weich ausbiegendes Randstück.

(Taf. 4,10)

Do 58/90 Randstücke eines Tellers oder einer Schüssel, dessen innen rot grundierter Rand mit dreilinig geritzten

(Taf. 4,5.11.13) und stempeldreieckgefüllten Dreiecken verziert ist.

Hügel D

Allgemeines:

Da der Hügel eingeebnet worden war, wurde auf eine Grabung in vier Sektoren verzichtet und statt dessen in
zwei je 2 m breiten, parallelen Schnitten mit dazwischenliegendem 0,60 m breitem Profilsteg gegraben.

Der Hügeldurchmesser betrug 8 bis 9 m. Von der Hügelschüttung waren noch durchschnittlich 0,40 m erhalten.
Die Oberfläche des gewachsenen Bodens fiel nach Norden ab, von —0,48 m bei Hügelmitte auf —0,60 m beim
Hügelrand. Auf dem gewachsenen Boden lag eine 0,10 m dicke, graubraune Schicht mit vielen urnenfelderzeit-
lichen Streuscherben. Wenn ihre genauen Grenzen auch nicht sicher festgestellt werden konnten, so scheint sie
doch auf einen kleineren Raum beschränkt gewesen zu sein wie unter fast allen Hügeln, unter denen ähnliche
Schichten gefunden wurden.

Untersuchte Gräber:

Grab 1 = Skelettgrab (Taf. 5, 28—30; Plan 7)

Grab 2 = Brandgrab (Taf. 5,24—27; Plan 7)

Profil (Plan 16)

Grab 1:

Eine steilwandige, in ihrer Längsachse Südwest-Nordost orientierte, in halber Höhe 1,40 x 2,40 m große Grube
durchschnitt die Hügelschüttung unter der angenommenen Hügelmitte und reichte mit einer Sohlentiefe von
—0,88 m noch 0,40 m in den gewachsenen Boden. Die Grubenfüllung hob sich in der oberen Hälfte durch ihre
gelbe Färbung deutlich von der dunkleren Hügelschüttung, in der unteren Hälfte durch stärkere Mischung mit
dunklem Boden von dem gewachsenen Boden ab.

Die spärlichen Skelettreste — einige Zähne im Nordostende und ein fast ganz vergangener Oberschenkelknochen
in der südwestlichen Grubenhälfte — lagen auf der Grubensohle. Restscherben eines größeren Gefäßes und eines
kleinen Omphalosschälchens, das in dem großen Gefäß gestanden hatte, wurden in der Südwestecke der Grube
gefunden, also wohl dicht rechts neben den Füßen des Toten (Taf. 5, 29. 30). In der Brustgegend lag das Stück
eines kleinen Bronzeringchens (Taf. 5, 28). Die ganze Grubenfüllung, besonders die untere Hälfte, enthielt eine
Anzahl urnenfelderzeitlicher Streuscherben, die aus der durchschnittenen UK-Schicht stammen mochten.

Uber den Gefäßscherben hatten sich inkohlte Reste eines Holzbretts erhalten, das möglicherweise zu einem Holz-
einbau gehört hat.

Funde:

Do 58/91:1
(Taf. 5, 28)
Do 58/97:1
(Taf. 5, 30)

Do 58/98:1
(Taf. 5, 29)

o. Nr.

Stück eines durchpatinierten, massiven Bronzeringchens mit verschliffen kantigem
Querschnitt; Dm. etwa 1,4 cm.

Etwa doppelkonisches, dunkelbraunes Kragengefäß mit weichen Übergängen zwischen
den einzelnen Gefäßteilen, leicht ausbiegendem, knappem Rand und kurzem, standringartigem
Fuß; sehr ausgelaugter, brüchiger Ton; H. 14,5 cm, Randdm. 14,0 cm, Bodendm. 7 cm.
Abgeriebenes Omphalosschälchen mit senkrechter Wand, weich ausbiegender Mün-
dung und kräftigem Omphalos; geringe Graphitreste auf der Gefäßinnenseite; H. 3,5 cm,
Randdm. 7,8 cm.

Fragmente zweier menschlicher Zähne.

Grab 2:

Uber der Urnenfelderschicht, etwa 2,00 m östlich des angenommenen Hügelmittelpunktes, lagen die Reste eines
durch die Planierraupe gestörten Brandgrabs.

Geborgen wurde ein Gefäß (Taf. 5,27), das Leichenbrand, ein einfaches Bronzeringchen (Taf. 5,26), einen Bronze-
blechring (Taf. 5, 24) und einen Eisenblechring gleicher Form (Taf. 5,25) enthielt. Die Grabform blieb ungeklärt.
Die Funde lagen in etwas hellerem Boden, der aber nicht gegen die Hügelschüttung abgegrenzt werden konnte.
Möglicherweise handelt es sich bei dem Grab wegen seiner exzentrischen Lage ebenfalls um eine Nachbestattung.
Dann hätte das Skelettgrab 1 ein älteres Brandgrab spurlos zerstört.

Funde:

Do 58/92: 2 Offener B ronzeblechring mit niedrigen, quer gekerbten Randleisten; nach den kleinen,

(Taf. 5, 24) schwach abgesetzten Stempelenden hin etwas schmäler werdend, hinter den Stempelenden feine
Querkerben, die nur noch teilweise zu erkennen sind. Die leichte Bandwölbung wurde von
innen herausgehämmert; Dm. etwa 4 cm, Br. 1,2 cm.

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