Aufdermauer, Jörg; Baden-Württemberg / Amt für Ur- und Frühgeschichte [Editor]
Badische Fundberichte / Sonderheft: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens: Ein Grabhügelfeld der Hallstattzeit bei Mauenheim: Ldkrs. Donaueschingen — Freiburg i. Br., 3.1963

Page: 24
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Do 58/182
Do 58/183

Do 58/184
(Taf. 8,11)

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(Taf. 8,9)
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(Taf. 8,17)

Do 58/187

Do 58/188

Do 58/189
(Taf. 8,16)
Do 58/190
(Taf. 8,15)
Do 58/191
Do 58/192

Do 58/193

Einige Wandscherben verschiedener Gefäße aus feinem, widerstandsfähigem oder etwas gröberem, aber
auch nur schwach angewittertem Ton.

Randstück einer konischen, dickwandigen, innen sorgfältig, außen flüchtiger geglätteten Schüssel mit
flachem Horizontalrand aus sehr feinem, sich rauh anfühlendem, glimmerhaltigem, rötlichem Ton, in
den einzelne größere Quarzstücke eingestreut sind.

Sehr ausgelaugtes Randstück eines rötlichbraunen bis grauschwarzen, dünnwandigen, größeren Gefäßes
mit breitem Schrägrand, der innen und außen in weicher Rundung ausbiegt. Der Rand ist nach außen
abgestrichen und trägt auf dem Abstrich dicht beieinanderliegende, kleine Fingertupfen.

Wenig angewittertes, rötlichbraunes Randstück eines größeren Gefäßes mit weit ausladendem, innen
scharf, außen etwas weicher ausbiegendem Rand.

Zwei ausgelaugte Wandstücke von hohen Gefäßen mit schwach gewölbter Wand; auf dem einen eine
gut erhaltene, horizontale Leiste mit dicht beieinanderliegenden Fingerkerben, auf dem anderen noch
die Spur einer ähnlichen Leiste.

Randstück einer konischen Schüssel mit leicht nach außen verdicktem, oben flachem Rand, aus innen
grauem, außen rötlichem, grob gemagertem Ton.

Eine Anzahl Scherben verschiedener Gefäße, zum Teil aus feinem, widerstandsfähigem Ton, zum Teil
ausgelaugt.

Wandscherben, darunter ein Wandstück eines sandsteinartigen, dünnwandigen Gefäßes aus grauem Ton,
das außen mit einer dünnen, gelbbraunen Schicht überzogen ist.

Wandstück eines größeren, gröberen Gefäßes aus grauem Ton, außen rötlich gebrannt; auf der leicht
gebogenen Außenseite eine abgerundete Fingertupfenleiste.

Omphalosboden eines größeren hellbraunen, stark glimmerhaltigen Gefäßes.

Bodenstück mit einem Teil der aufgehenden Wand einer konischen Schüssel; auf der Außenseite Spuren
von Graphit; grober, quarzithaltiger, grau bis rötlich gebrannter Ton.

Eine Anzahl Scherben verschiedener Gefäße, darunter stark ausgelaugte, bimssteinartige, sehr feine, glim-
merhaltige, die kaum verwittert sind, und dickere, aber ebenfalls aus sehr widerstandsfähigem Ton her-
gestellte. In der Mehrzahl wohl urnenfelderzeitlich.

Zusammenfassung:

Über die Gräberfolge lassen sich wenig sichere Aussagen machen. Zweifellos das älteste Grab war Grab 2 mit der
dazugehörenden Brandfläche. Brandgrab 1 war sicher jünger, da es erheblich höher in der Hügelschüttung lag.
Grab 5 war, da es die Hügelschüttung klar durchschnitt und außerdem weiter außen lag, jünger als sie, vielleicht
auch jünger als die wegen ihrer Ähnlichkeit sicher eng zusammengehörenden Gräber 3 und 4, da es sich in Grab-
bau, Inhalt und Färbung von diesen unterschied. Möglicherweise war bei der Anlage von Grab 5 noch die Lage
der Gräber 3 und 4 bekannt gewesen, wodurch sich die exzentrische Lage von Grab 5 erklären ließe. Folgt man
dem alten Chronologieschema, das die Brandgräber im Alb-Hegau-Raum zeitlich vor die Skelettgräber setzt,
käme man auf folgende Gräberfolge: erst wurde Grab 2 angelegt, danach Grab 1, dann 3 und 4, später Grab 5.

Hügel G

Allgemeines:

Der Hügel war durch die Planierraupe fast bis auf das Niveau der umliegenden Bodenoberfläche planiert wor-
den. Uber dem gewachsenen Boden lagen bei Beginn der Grabung nur noch etwa 0,40 m Hügelschüttung ein-
schließlich des alten, nicht erkennbaren Bodens.

Bis zur Aufdeckung der Gräber wurde in vier Sektoren gegraben. Der Durchmesser des Hügels betrug etwa
13 m. Die Oberfläche des gewachsenen Bodens fiel nach außen stärker ab; ob der Hügel auf einer kleinen, natür-
lichen Erhebung angelegt worden war oder die seitlichen Mulden durch Materialentnahme entstanden sind, war
nicht zu entscheiden.

Innerhalb des Hügels lag auf einer kreisrunden Fläche von 10—11 m Dm. eine Schicht grauschwarzer Erde
ähnlich der in Hügel J, bei der angenommenen Hügelmitte 0,15 m dick, an den Rändern bis auf 3 — 4 cm
ausdünnend. Lediglich in Hügelmitte war sie durch die Skelettnachbestattung unterbrochen. Ob es sich um eine
Planierungsschicht für das Brandgrab oder um ein Stück der urnenfelderzeitlichen Siedlungsschicht handelte, die
bei der Materialentnahme für den Hügel an dessen Rand abgegraben wurde, war nicht zu entscheiden. Die ganze
Oberfläche dieser Schicht war zu einer zusammenhängenden Brandtenne, besonders stark südöstlich der Hügel-
mitte, verbrannt. Auf der Brandtenne lag, westlich an die Grube der Skelettnachbestattung anstoßend, ein
1,20 m breiter, keilförmig ausdünnender Haufen der grauschwarzen Erde, die möglicherweise beim Ausheben
der Grube für das Skelettgrab nach oben über die Brandtenne gekommen war.

Untersuchte Gräber:

Grab 1 = Brandgrab (Taf. 15, 5; Plan 10)

Grab 2 = Skelettgrab (Taf. 15, 6. 7; Plan 10)

Profil (Plan 16)

Grab 1:

Auf der Brandtenne war für den Toten ein rechteckiger, Ost-West orientierter Holzkasten errichtet worden.
Erhalten war nur der östliche Teil, alles übrige war bei der Anlage des Skelettgrabes zerstört worden. Auf die

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