Becker, Rudolf Zacharias
Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute: Darinnen sie in den meisten Vorfällen des Lebens, beym Feldbau, bey der Viehzucht, und Hauswirthschaft, bewährte und nützliche Regeln, Anweisungen und Vortheile verzeichnet finden : Durch IX. Kupferstiche erläutert ([1]): Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute — Bregenz: gedruckt und verlegt bey Joseph Brentano, 1791 [VD18 90767306]

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bohrt- Damit die Grundhefen s Gstäger) zurück blie-
be / welche den Most verdirbt, wenn sie mit ins Faß
kommt.
Die Fasset brachte er nun in den Keller, füllte
sie ganz voll-und sah richtig alle Tage einmal ge-
gen AbeNd nach dem offen gelassenen Spundloch.
Hütte sich da wieder Schaum angeseßt, so nahm er
ihn herunter» Auch nahm er etwas Most mit einem
Heber ( Zug ) heraus m ein reines Glas, und sah,
ob et hell und gut würde. Da dieses in 4 oder 5
Tagen geschah - so zapfte er ihn in ein reines wohl
ausgebranntes Faß, und verspundete es. Was noch
Nicht klar war, zapfte er gleichwohl den fünften Tag
in ein anderes Faß-sah wieder alle Tage darnach,
ob es hell wäre, und schäumte es ab, wenn es nörhig
war. Manches Faß mußte ec zum driktenmale abste-
chen - ( abzapfen) ehe es klar wurde. Dieses füllte
er aber wieder ins erste, nachdem eres gereinigt, und
ausgebrannt hatte. Wie nun aller Most in den klei-
nen Fäßern gut war-so füllte er ihn zusammen auf
zwey größere Lagerfässet, und sah darauf, daß sie
immer ganz voll blieben; denn sonst verdirbt dee
Most. -
In der Vorschrift des Volkölehrers stand auch
noch folgendes von den Fässern:
Das beste Mittel - Fässer rein zu halten, ist , —
daß man sie immer wohl zugemachr läßt. Will man
sie brauchen, so bäht ( brüht) man sie erst mit heis-
sem Wasser recht aus; aber nicht eher, bis man den
Obstwein sogleich darein zapfen will. Neuen Fässern
benimmt Man den Holzgeschmack auf die Art: Man
bäht die Fässer recht aus, gießt das, Wasser gleich
weg, und schüttet ein paar Maaß Obstweinhefen
hinein. Diese läßt man zweymal 24 Stunden
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