Becker, Rudolf Zacharias
Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute: Darinnen sie in den meisten Vorfällen des Lebens, beym Feldbau, bey der Viehzucht, und Hauswirthschaft, bewährte und nützliche Regeln, Anweisungen und Vortheile verzeichnet finden : Durch IX. Kupferstiche erläutert ([1]): Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute — Bregenz: gedruckt und verlegt bey Joseph Brentano, 1791 [VD18 90767306]

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darinn, und dreht das Faß oft herum, daß die HB
ftn überall hinkomme; alsdann bäht man es noch
einmal.
Tms Ausbrennen, wovon der Wein einen ange-
nehmen Geschmack und Geruch bekommt, macht man
so: man nimmt 4 Lolh ganzen Schwefel, i Lokh
gebrannten Alaun , und 2 Loch Hesendrandwein.
Dies chur man zusammen in einen irdenen Topf
und hält ihn übers Kohlfeuer, bis der Schwefel
schmelzt und fließt; es dar aber ja keine Flamme
hinein schlagen. Alsdann dunkt man kleine Stück-
lein neue Leinwand hinein, besprengt sie alsbald ,
wenn sie noch feucht sind, mit einem Pulver, wel-
ches ans Muskatendlüchen oder Muskatennüssen,
Gewürz-Näglein und Koriander gemacht ist. Hier-
auf ^<yt man die Fässer, welche gefüllt werden sol-
len, so, daß das Spundloch fast unten kommt; nimt
darauf ein solches Läpplein , hält es unter das Spund-
loch, zündet es mit einem Acht an, und läßt es m
das Faß stammen und rauchen. Nur darf kein Fun-
ken und keine Kohle ins Faß komm n. Sobald das
Läpplein ausgebrannk ist spündet man das Faß zu-
und laßt es 24 Stunden. Alsdann bringt man
den Obstwein hinein.
Alles dieses oe>.ba httte N kel R de 'mit großer
Sorgfalt, und bekam akmch 6 Fässer Wein, wo-
von er 2 für sich behi!:,um sich cn Sonn-und
F.-sttagen zu laben, Fäher verkaufte er aneinenGast-
wirth um 9 Gulden das Faß; daß er also 46 Gulden
Haares Geld daraus löhte- Das nächste Jahr, da
es besonders viel Bwnen gab, mochte er noch eine
andere Probe, die er aus demD?oiks!ehrer gelernt
hatte. Er nahm gute B rnen, neo und preßte sie,
wre oben beschrieben woroen, und ließ den Saft m
' einem
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