Becker, Rudolf Zacharias
Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute: Darinnen sie in den meisten Vorfällen des Lebens, beym Feldbau, bey der Viehzucht, und Hauswirthschaft, bewährte und nützliche Regeln, Anweisungen und Vortheile verzeichnet finden : Durch IX. Kupferstiche erläutert ([1]): Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute — Bregenz: gedruckt und verlegt bey Joseph Brentano, 1791 [VD18 90767306]

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werden auf der inwendigen rauhen Seite eben so ge-
tränkt. Nun wächst der Schwamm nicht weiter.
Ehemals, da das Dorf so sehr feucht und schmu-
tzig gewesen, hatte auch die Kirche und andere stei-
nerne Gebäude viel vom Salpeterfraß gelitten. Wi-
der diesen lehrte Herr Fest den dastgen Maurern fol-
gendes Mittel:
1) Um zu hindern, daß sich in neu aufgerichteten
Mauerwerk kein Saliter erzeuge- müssen die Steine fest,
hart, sehr trocken und nicht frisch gebrochen seyn. Je langer
sie an der Last und Sonne gelegen haben/ destob sser sind
sie. Ziegelsteine müssen bis zum Kling'm hart gew annt styn,
und noch besser sind die sogenannte Glaszieg ln / welche von
der Hitze mit einem grünen Glanz überzogen worden sind.
Auch dö fen die Ziegelsteine an keinem feuchten Ort gelegen
seyn und die Nasse angezogen haben. Man muß zum Mör-
tel oder der Sperß einen guten Kalk nehmen, und je länger
dieser in der Grube eingerührt gelegen hat. desto besser ist
er; mW wenn er auch io Jahre alt wäre. Der Sm°d muß
rein von Erde und Leim seyn ; man laßt ihn lang an einem
trocknen Ort in der Luft Kegen, und schaufelt den Hausen zu-
weilen um / daß er recht austrocknet. Durch diese Vorsicht
bleiben die Mauern nicht allein vom Salrter verschont, son-
dernwerden auch viel dauerhafter. D?e Hauptsache ist aber,
daß man Steine / Kalk und Sand zwey bis drey Jahre
vorher zugesührt, ehe der Bau angeht.
2) Solchen Mauern/ welche einmal vom Saliter an-
gefressen sind / ist auf folgende Art zu helfen : Man
bricht an den Flecken, welche angestossen sind, nicht nur
den Kalk los / sondern auch die angegangenen Sceine ,
so tief der Fraß rn d-e Mauer hincingeht. Dann spritzt
man den ganzen Flecken vielmal mit Wasser aus, um oas
Salz heraus zn laugnen , und w nn es ganz ausgetrock-
net ist, mauert man es mit Glasziegeln oder andern völ-
lig dürren und festen Steinstücken wieder zü. Statt des
Sandes nimmt man zum Bewerfen der Mauer klar zer-
stossene Scherben von zerbrochenen Töpfen, Hafen,
Schüsseln und dergleichen, welches einen dauerhaften
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