Becker, Rudolf Zacharias
Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute: Darinnen sie in den meisten Vorfällen des Lebens, beym Feldbau, bey der Viehzucht, und Hauswirthschaft, bewährte und nützliche Regeln, Anweisungen und Vortheile verzeichnet finden : Durch IX. Kupferstiche erläutert ([1]): Unterricht- Noth- und Hülfsbüchlein für Bürgers und Bauersleute — Bregenz: gedruckt und verlegt bey Joseph Brentano, 1791 [VD18 90767306]

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gelangen Denkern wohl, weil er sie mit aller Vor-
sicht und Uebectegung anüellte.
Auf solche Arr brachte er'S durch sein beständiges
Nachsinnen über das Wie? Warum? Wodurch?
und Wozu? bey jeder Sach« dahin, daß sein Ver-
mögen alljährlich zunahm , während daß manche sei-
ner Miteinwohner, die immer beym Alten blieben,
über schlechte Zetten klagen, und Zusehends ärmer
wurden. Wegen seines Kleebaues wurde Denker
auch in der ganzen Gegend so berühmt, daß ihn viele
Leute ersuchten, er möchte doch, da er mit der Feder
umzugehen wisse, eine Vorschrift darüber aufsehen.
Dieses that er, als ein dienstfertiger Mann, recht
gern, und des Nutzens wegen folgt hier diese ganze
Vorschrift.
Nro. zr.
Wilhelm Denkers Unterricht vom Kleebau.
Drey Arten von Klee sind die nutzbarsten. I. Oer rothe
Klee C der gemeine steyermärkische Klee) dieser wird unter
Waitzen, Haber und Gaste gesaet, und hernach, wE
das Getraid abaeschnitten ist, benutzt. Er gedeihet in jedem
Boden, der so beschaffen ist , daß er gute Gerste oder Bau-
Warzen tragt Gar zu steim'qter Felsenboden, gar zu sehr
mit Graswurzen angefüllter Acker, feuchter oder sumpfiger
Boden, ersenschäßiqer Sandboden, grobes Kies und To-
pserthon ( Hafnerlaim) taugen nicht dazu, bis sie dm ch
Dung und Mrsibuna mit andern Erdarten verbessert werden.
Bey regenhafter Witterung ist cs am besten , den Kleesa-
men zu säen, und mit einer leichten Egge oder einem
Dornbüschen emzueeggen. Ist aber Dürre-zu vermuthen, so
laßt man den Acker erst abtrocknen, und säet hernach den
Klee ins dürre Land, wo er z bis 4 Wochen liegen kann,
ohne zu verderben Man eggt chn mit einem Dornbüschen
oder walzt ihn unter.
Wenn nachdem Schnitt der Klee abgrnräht wird,muß
man ihn einige Tage liegen lassen, und hernach die Schwa-
den ( Machen ) mit dem Rechenstiel oder einem andern
Stock
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