Becker, Hanna Luise; Altdorfer, Albrecht [Ill.]
Die Handzeichnungen Albrecht Altdorfers — München, 1938

Page: 112
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Gewandstil und Zeichenart sprechen für eine Entstehungszeit vor i5io.
Das breitfaltige schwere Gewand, das weichgerollt am Boden aufliegt, ist
dem Kleid der „Stehenden Madonna mit Kind“, Stich von i5og (B. 16)
nahe verwandt. Der sehr dünne und feine Strich und die im Vergleich zu
Zeichnungen von i5o8 auffallend gut durchgebildeten Einzelformen
(Hände) verraten ebenfalls die Nähe zum Stich. — Eine im Gesamtcharak-
ter sehr ähnliche Zeichnung ist die „Grammatica“ in London, Universitv
College (Kat. Nr. iö", Kopie [?]).

39. (6922) Liegender Mann in einer Landschaft.

Feder in braun auf braun grund. Pap. — 179 :143 mm.

Abb.: Handzeichnungen alter Meister im Städelschen Kunstinstitut IX, 1. —
Friedländer A.Z. T. 12. — Sauermann, Deutsche Stilisten, T. 17.

Lit.: Friedländer 1891 Kat. d. Z. S. 162 („Autorschaft Altdorfers bleibt
zweifelhaft“). — Benesch, Meisterzeichnungen. Aus dem oberdeutschen
Kunstkreis. Mitt. d. Ges. f. Vervielf. Kunst, 1982 S. 17 (i5io).

Das skizzenhaft angelegte Blatt ist nach seinem Gesamtcharakter im Werk
Altdorfers um i5io/ii denkbar, Im Einzelnen findet sich ungewöhnliches,
sowohl in der Landschaft des Hintergrundes links wie auch in den Kon-
struktionslinien am Kopf und Oberkörper des Liegenden. Die zum Vergleich
heranzuziehenden verkürzten Gestalten sind bestimmter in der zeichneri-
schen Form. (Der Erschlagene auf der Z. der „Wilden Familie“, Wien [Kat.
Nr. 72]; Pyramus, Stich B. 44.)

Göttingen. Slg. Ehlers.

40. Stehende Heilige mit Schwert.

Feder in schwarz, weiß gehöht, auf braun grund. Pap. Das Blatt
ist an den vier Ecken abgeschrägt. 117 : 81 mm.

Lit.: P. Halm: Die Landschaftszeichnungen des Wolfgang Huber, Münche-
ner Jahrbuch igßo S. 66.

Die Figur mit dem sehr kleinen Kopf, den abfallenden Schultern und der
weichen Faltengebung durch breit aufgesetztes Weiß steht dem hl. Nikolaus
der Oxforder-Zeichnung von i5o8 (Kat. Nr. 54) sehr nahe. — Bei Halm
mit noch einigen anderen Zeichnungen erwähnt als „stilistische Parallele“
zu den Blättern der „Vita Friderici et Maximiliani“.

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