Boeckler, Albert
Der Codex Wittekindeus — Leipzig, 1938

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Das Evangeliar Wittekindi Magni, von dem dieser Band handelt, war
schon kostbarster Besitz der Kurfürstlichen Bibliothek. Es gehört damit
zum ältesten Bestand der Preußischen Staatsbibliothek. Die Handschrift ist
ein Teil des Schatzes, den das Mittelalter auf Widukind zurückgeführt hat.
Das Stift Herford, in das sie später gelangte, hat sie dem Großen Kurfürsten
geschenkt. Nach Einband und Ausstattung ist der Codex ein Prunkstück,
in dem ein Zeugnis der Buchmalerei Fuldas zur Zeit ihrer höchsten Blüte
erkannt wird.
ln dieser Beziehung zu Fulda liegt begründet, daß der Band dem Direktor
der Handschriftenabteilung der Preußischen Staatsbibliothek, Professor
Dr. Karl Christ, zur Vollendung des 60. Lebensjahres gewidmet ist. Mit
seinem Namen ist die Erforschung der alten Fuldaer Bibliothek, ihrer Kata-
loge, ihrer Handschriften und ihrer Einbände auf das engste verknüpft. In
diesem Sinne ist die Wiedergabe des Codex Wittekindeus zugleich eine
Festschrift, die den um die Wissenschaft Verdienten ehren soll, indem sie
die Pflicht an einem hohen Denkmal deutscher Geschichte und deutscher
Kultur erfüllt.
Berlin, 16. März 1938

H. A. Krüss
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