Boeckler, Albert
Der Codex Wittekindeus — Leipzig, 1938

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Ornamentik. Die Rahmen der Zierseite fol. 12 und des großen Biides auf fol. 11' gleichen
denjenigen des Aschaffenburger Lektionars und des Matthaeus-Initiums im Wittekindeus,
und mit jenem sind auch die Initialen zusammenzubringen^). Dagegen sind Figurenbildung
und Gewandstil nur aus den genannten säAsisAen Werken zu verstehen. Die merk-
würdigen S&laufenbildungen etwa am ObersAenkel der Maria und an der SAulter des
Rindes auf Tafel XXXII d, an Leib und SAultern des linken Mannes der Tafel XXXII e,
die großen runden und ovalen ausgesparten Flä&en, die für diese säAsisAe Gruppe ja
besonders kennzeiAnend sind, die flaAen, ineinandergreifenden Rurven stimmen überein,
der GesamteindruA ist hier und dort der gleiAe. AuA die den Rörper verbreiternden
Faltengehänge kommen vor (Frau der Tafel XXXII e), die Vorliebe für flatternde Falten-
glo&en wird übernommen. Zur weiteren Verans AauliAung dieser Ahnli Akeit stelle iA
Tafel XXXII f und h zusammen.

Der Stil dieser Hannoveraner HandsArift tritt - bisher unerkannt -auA in dem Berner
Prudentius auf (Stadtbibliothek Codex 264), der noA dem 9. Jahrhundert angehört und in
einem der großen Bodenseeklöster entstanden ist. Die naAgetragenen Darstellungen zu der
Vita des heiligen Romanus zeigen diesen Stil so ausgeprägt, daß die HandsArift in Fulda
gewesen oder von einem Fuldaer Rünstler anderswo vollendet sein muß (Tafel XXXII g
und h). Man kann in die kleinsten Einzelheiten gehen, die runden MantelsAließen, die
Borte an Hals und Brust, die Rronen, die Stö Ae mit rundem Rnauf sind glei A; die Ar Aitek-
turen haben dieselben merkwürdigen Türme mit halbkugeligen, von einem Rnopf bekrönten
Hauben usw. AuA die Farbigkeit ist fuldisA,durA Lila,Hellblau und rötli Aes Oker bestimmt.
In diesem Zusammenhang sind noA zwei FederzeiAnungen zu nennen, auf die
miA Professor Rarl Christ aufmerksam gemaAt hat (Tafel XXXIIIc). Sie bebnden siA als
spätere Einfügung auf der vorderen Innenseite des PergamentumsAlags von Ms. Astron.
F. 2 in Rassel. Die HandsArift ist naA Lehmann um 814 oder bald darauf in Fulda
gesArieben und gehörte noA im 16. Jahrhundert zurFuldaer Bibliothek^), die ZeiAnungen
müssen also fuldisA sein. Sie sind es auA dem Stil naA, stehen den Bildern in Hannover,
noA mehr den Romanus-Illustrationen in Bern reAt nahe, in denen ja auA die zei Anende
TeAnik verwandter ist. Der säAsisAe Einfluß ist gut zu erkennen, die allmähliAere
Überleitung zwisAen LiAt- und SAattenpartien läßt die Gestalten aber glatter und stärker
modelliert ers Aeinen als in Hannover und Bern, die FormenspraAe ist ausgegli Aener. Damit
sind Tendenzen der späteren Fuldaer Werke angedeutet, man stellt die beiden ZeiAnungen
am besten zwisAen Bern und AsAaffenburg. Der eine Engel in AsAaffenburg zeigt denn
auA in den Gewandmotiven - vielfaA im Gegensinn - außergewöhnliA nahe Parallelen
zu dem Apostel in Rassel**), auA die gesAmeidige Modellierung ist in AsAaffenburg vor-
handen, selbst die Bodenbehandlung stimmt überein^).
NaA alledem sAeint diese säAsisAe Strömung durA den Einfluß von Corbie allmäh-
liA verdrängt worden zu sein, die Rassele: E. - n AsAaffenburg

91 Forts.) grau, Okerrosa, Gold und Silber dominiert. Aul E
Smaragdgrün auch eine farbige Beziehung zu dem Kal = c\i * *
das langgezogene, die Breite des Buchstabens kaum E
entsprechen ebenso wie die weißen Bandgeflechte im 1
Auch die schmalen Bänder sind dieselben. Auf fol. 33 1 E—
stabenkörpers nach innen wie in G, auch dieselben Punl
sind wie in Aschaffenburg, der Codex in Hannover wit E-r
Klosters Fulda im 16. Jahrhundert = 64. Beiheft zum Zt =_ .C
Leib, Falte auf der linken Schulter, Anordnung des GeV E ot
Spiegelung dieses Stiles findet sich auch in der Elfenbein: = __
(Elfenbeinwerk 11 Nr. 41) steht ihm sehr nahe, zeigt ihn E g, O
heit gedämpft. Es fragt sich also, ob das Elfenbein nicht = ^
nach Fulda zu lokalisieren ist. ET C

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lung von Purpur und
M) Das P fol. 12 hat
ze sind alle golden,
taffenburger Codex.
Weiterung des Buch-
[der Zierschrift fol. 12
Die Bibliothek des
. 94) Zeichnung am
interessante Wider-
[rstellung im Tempel
lßerer Ausgeglichen-
jbiet, vielleicht sogar

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