Winnefeld, Hermann
Programm zum Winckelmannsfeste der Archäologischen Gesellschaft zu Berlin (Band 68): Hellenistische Silberreliefs im Antiquarium der Koeniglichen Museen — Berlin, 1908

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ARCHÄOLOGISCHE GESELLSCHAFT ZU BERLIN.

JAHRESBERICHT FÜR 1908.

Das 67. Winckelmanns-Fest der Gesellschaft wurde am Montag den 9. Dezember
1907 in hergebrachter Weise durch eine außerordentlich stark besuchte Festsitzung,
in der die Herren Kekule v. Stradonitz, Brueckner und v. Wilamowitz-Moellendorff
vortrugen, und eine anschließende Festtafel, an der 93 Herren teilnahmen, im Archi-
tektenhause gefeiert. Auch die monatlichen Sitzungen am ersten Dienstag eines jeden
Monats fanden nach wie vor dort statt: da ihr erfreulich zunehmender Besuch den
Saal C des Obergeschosses, den die Gesellschaft bisher benutzte, nicht mehr aus-
reichend erscheinen ließ, wurde seit der April-Sitzung der größere Saal B, der früher
fast nur bei den Winckelmanns-Sitzungen beansprucht wurde, in regelmäßigen Gebrauch
genommen. Die Sitzungen fanden statt am 7. Januar, 4. Februar, 3. März, 7. April
5. Mai, 2. Juni und 3. November d. J.; die Juli-Sitzung fiel mit Rücksicht auf die
bereits begonnenen großen Schulferien aus.

Zur Verteilung an die Mitglieder und Freunde der Gesellschaft gelangten: das
zum vorjährigen Winckelmanns-Fest ausgegebene 67. Winckelmanns-Programm — „Die
Victoria von Calvatone" von Bruno Schröder — und (im Oktober d. J.) Nr. 32 der
Sitzungsberichte (Januar bis Dezember 1907).

Eine Reihe herber Verluste an Mitgliedern ist im Berichtsjahre der Gesellschaft
nicht erspart geblieben. Zu Beginn des Jahres erklärte Wirklicher Geheimer Ober-
baurat Prof. Dr. Friedrich Adler, der Senior der Gesellschaft, wegen seines hohen
Alters seinen Austritt; wenige Monate später, am 15. September, wurde er im fast
vollendeten 81. Lebensjahre durch den Tod abberufen. Er hat 53 Jahre lang (seit
1855) der Gesellschaft ununterbrochen als Mitglied angehört und ist zeitweise (bis
1877) auch Mitglied des Vorstandes (I. Schriftführer) gewesen. Am 25. Februar starb
nach kurzer Krankheit im 38. Lebensjahre Hauptmann Walter v. Marees, der erst
im vorigen Jahre der Gesellschaft beigetreten war, am 27. Februar im 83. Lebens-
jahre Geheimrat Prof. Dr. Adolf Kirchhoff, der seit 1861 Mitglied der Gesellschaft
und nach Adler ihr Senior gewesen war, am 14. März im 65. Lebensjahre Geheimrat
Prof. Dr. Julius Lessing, der seit 1867 der Gesellschaft angehört hatte und nach
Adler und Kirchhof!' das älteste Mitglied gewesen war, am 17. November im 60. Lebens-
jahre Dr. phil. Frhr. Wilhelm v. Landau, der 1892 eingetreten war. So verlor die
Gesellschaft im Berichtsjahre in rascher Folge ihre drei ältesten Mitglieder. Diesem
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