Beilage zum Diözesan-Archiv von Schwaben — 1893

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nlage MM Kiöpsan-Mchiv

Nr. 1Z.

von Schwaben.

^693.

Nrchivalien des ehern. Cisteerlensee-Worrrrerr-
klostees Baindt bei Weingaeterr.

Geordnet und bearbeitet von Renz in Regcnsburg.

Zweiter Teil.

In dem nun folgenden zweiten Teil der Baindter Archi-
valien geben wir die vom Beginn des XVII. bis zum Ende
deS XVIII. Jahrhunderts registrierten Urkunden und Akten-
auszüge der Cistercienferinnen von Baindt, teilweise in abge-
kürzter Form, weil solche doch nicht mehr die Bedeutung und
das Interesse beanspruchen dürften, wie der im ersten Teil
publizierte Urkundenkomplex. Trotzdem erschien eine Fort-
setzung der Baindter Archivalien bis zur Säkularisation des
Stifts um so mehr angezeigt, als hiebei das historische Ma-
jteviol für die Geschichte der timliegenden Klöster, Städte, der
lLandvogtei Schwaben und der oberschwäbischen Adelsgeschlechter
vielfache Bereicherung erfährt.

1600. März l. Aebtissin Elisabeth und der Konvent von
Baindt verleihen dem Andreas Graf und der Anna Hainin
von Kümmerazhofen das dortige Klostergut gegen einen ge-
wissen Jahreszins als lebenslängliches Lehen. — S. Die Aeb-
tissin und der Konvent von Baindt. — Perg. Orig.In. Siegel
(das des Konvents abg.). 546.

1600. März 1. Andreas Graf und Anna Hainin
von Kümmerazhofen bestätigen ben Empfang eines mit dem
obigen gleichlautenden Leheureverses. — S. Ambrosius Graf,
der Rechten Doktor »itd Verwalter der Landvogtei in Ober-
und Niederschwaben. — Perg. Orig. Siegel ab. 547.

1601. Juni 1. Aebtissin Elisabeth und der Konvent

von Baindt thnn kund, daß Paulus Keßler, Bürgermeister,
Johann Kolleffel, Stadtammann,- beide rechtgeordnete Pfleger,
lunb Hans Lechler, Meister des Heiliggeist-Spitals zu Ravens-
Iburg,^ für sich und ihre Nachfolger, dem Kloster Baindt in
.stets widerruflicher Weise erlaubt haben, das Abwasser ans
sdes Spitals. Weiher im Altdorfer Wald , genannt der Egcl-
.see, vom Rechen au zehn Schuh abwärts mittelst eines vom
Kloster Baindt zu errichtenden und im Stand zu haltende»
IGrabens in den nächstgelegenen Weiher des Klosters zu leiten.
!— S. Aebtissin und Konvent von Baindt. — Perg. Orig,
mir 2 Siegel. 548.

1602. O kt. 9. Truchseß Heinrich von Waldburg spricht
den Georg Held von Eggüiannsried der Leibeigenschaft los
lunb ledig, mit welcher er ihm als Angehöriger der Herrschaft
Schwarzach bisher zugethan gewesen war. — S. Truchseß
Heinrich von Waldburg. —• Perg. Orig. m. Siegel. 549.

st 1604. Mai 15. Martin Jgginau und Anna Ott be-
kräftigen den Empfang eines von der Aebtissin Elisabeth und
dem Konvent von Baindt ihnen ausgestellten Lehcnbriefes, dem-
zufolge ihnen das Klostergut zu WolpertSheim mit allen Zu-
behörden gegen einen gewissen jährlichen Zins und die Ver-
pflichtung, eine Fahrt mit Wein vom See „oder unnsern
Nebstalles" auf ihre eigene Kosten auszuführen und 2 Tage
im Jahr Dung hiuausznschaffen. — S. Jakob Dättinger,
der Rechten Doktor, Erbtruchsessischer Rat und Obervogt der
Herrschaft Waldsee. — Perg. Orig. nt. Siegel. 550.

Das Siegel i. rot. Wachs- zeigt tut Schilde 1 : 4 den Oberkörper
eines aufrecht stehenden Löwen, die Pranken ansgestreckt; 2:3 zwei ge-
kreuzte Schwerter. Helmkleinod über dein Türkenbund ebenfalls ein
aufrecht stehender Löwe, i. d. beiden Pranken wiederum die 2 gekreuzten
Schwerter. — Legende: • S ■ IACOBI • DETTINGERI • —

1606. Jan. 30. Michael Jgginau und Verena Rabel-
terin bekunden, daß ihnen laut wörtlich aufgeführten Lehen-
reverses von der Aebtissin Elisabeth und dem Konvent von
Baindt das Klostergnt zu Haidgau mit allen Zubehörden
gegen einen genauer bestimmten Jahreszins verliehen worden
sei. — S. Matheus Theubler von Ulm, Freiherr!. Erbtruchs. Rat
und Rentmeister der Herrschaft Wolfegg. — Perg. Orig,
m. Siegel. 551.

1606. Febr. 3. Baindt. Vertrag zwischen Truchseß
Heinrich Freiherr von Waldburg, Herr zu Wolfegg, Waldsee,
Zeit tlnd Merstetteu eines- und Aebtissin Elisabeth, Priorin
und gesamtem Konvent andernteils, die in den Trnchscssischen
Herrschaften gesessenen Lehenhuber und Leibeigenen des Klosters
Baindt, sowie - dessen Bestandgüter, - zu leistenden Roßban,
Frondienste u, a. betreffend. Demzufolge soll erstens das
Kloster wie bisher berechtigt sein, unbeanstandet mit diesen
Lehengütern zu schalten und zu walten, wie es ihm beliebt,
jedoch müssen alle Lehenreverse auch von genanntem Erbtrnch-
sesscn gezeichnet und besiegelt werden. Desgleichen wird jeg-
liche Gerichtsbarkeit in diesen Gütern dem Erbtrnchsessen zu-
gestanden, in andern Punkten aber die Roßbau- und Fron-
dienste angehend, ist der zwischen dem Truchsessen und der
Landschaft Nnterthanen de dato 30. November 1602 ab-
geschlossene Vertrag zu Grunde gelegt und schließlich noch
bestimmt worden, daß jeder Baindtsche, in des Truchsessen
Herrschaft gesessene Lehensmanu verpflichtet sei, 2 Klafter Holz
zu machen, oder dafür 6 Batzen zu erstatten, von jedem andern
Frondienst aber soll ihnen ein halber Gulden gegeben und sic
im übrigen wie die andern Truchsessischen Nnterthanen ge-
halten werden. — G. im Gotteshaus Baindt, d. 3. Mts. tag
Februarii 1606. — S. Truchseß Heinrich von Waldburg,
die Aebtissin und der Konvent von Baindt. — Perg. Orig,
in. 3 Siegel (eing.). 552.

1606. Juli 10. Hi eher sind auch 2 unbeglaubigte

Kopien eines von dem Abt Petrus von SalmanSweiler aus-
gestellten Konsenses zu einem sud dato 1606. Febr. 3.
zwischen der Aebtissin Elisabeth von Baindt und dem Truch-
sessen Heinrich von Waldburg abgeschlossenen Vertrag, dem-
zufolge des Abtes von Salem, als Visitator Ordinarius des
Klosters Baindt, jeweilige Visitation sich auch auf die in den
Wolfeggischen und Waldseeischen Herrschaften gelegenen Güter
des Klosters erstreckt. Konsens und Ratifikation obigen Ver-
trages durch Abt Petrus von Salem, als „des hl. Ordens
von Cistertz durch Gennaniam Vicanus und Visitator Ge-
neralis". — S. Abt Petrus von Salem. — Perg. Orig,
m. Siegel. 553.

1607. April 23. ..Zinsbrief.des Michael Streits) und
seiner Hausfrau Agnes Mornhäuserin über ihnen von Raimund
Kirchenbauer, Angsburgischem Vogt der Herrschaft Schönegg,
geliehene 200 Gulden Kapital auf die Bestandsgerechtigkeit,
welche genannter Michael Streit!) laut eines von dem Bischof
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