Dümichen, Johannes [Editor]
Der Grabpalast des Patuamenap in der thebanischen Nekropolis: in volständiger Copie seiner Inschriften und bildlichen Darstellungen und mit Übers. und Erl. derselben (Band 1): Inschriften über Titel und Würden der Verstorbenen und Verzeichnis der alljährlichen Todtenfesttage — Leipzig, 1884

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VORWORT.

Auf meinen dem Studium der ägyptischen Denkmäler gewidmeten Reisen hat es stets
einen ganz besonderen Reiz für mich gehabt, gerade solche Arbeiten in Angriff zu nehmen,
deren Ausführung von den Vertretern der Aegyptologie immer einstimmig, als hoechst wün-
schenswert bezeichnet wurde, an die aber wegen der dem Arbeitenden dabei entgegen-
tretenden Hindernisse und der damit verbundenen grossen Unbequemlichkeiten sich bisher
Niemand gewagt hatte. In die Reihe dieser Arbeiten gehört auch das von mir, el lfamdu
l'illah! glücklich zu Stande gebrachte Copiren sämmtlicher Wandflächen, Pfeiler und
Thüren in den Räumen des durch seine Ausdehnung und den Reichthum seiner bildlichen
Darstellungen und Inschriften alle anderen allägyptischen Grabgebäude überbietenden Felsen-
grabes des Patuamenap, jenes auf der Westseite von Theben, in dem «.Assasify> genannten
Felsenthale angelegten Riesenbaues von Pfeilersälen, langen Corridoren und mächtigen
Treppenhallen, unterhalb derer dann wieder, in mehreren Stockwerken übereinander, noch
zwei Reihen von grösseren und kleineren, nach der Bestattung verschlossen gewesenen
Gemächern angebracht sind, in die man sich durch tief gehende Schachte von den
oberen für die Ausübung der Grabceremonien bei der Bestattung wie an den alljährlichen
Todtenfesttagen bestimmt gewesenen Räumen hinablässt.

In altägyptischer Zeit, wenn die Räume dieses aus dem Felsen gehöhlten Grabpalastes
am Tage des Begräbnisses und ebenso an den Todtenfesttagen, wie aus den Inschriften
ersichtlich, durch Sprengen von frischem Wasser Kühlung erhielten und von dem Dufte
des gepriesenen ägyptischen Räucherwerkes und allerlei wohlriechender Essenzen erfüllt
waren, da mag das Verweilen daselbst kein unangenehmes gewesen sein, heute aber, wo
jenes die Luft frisch machende Wassersprengen fehlt und wo an Stelle der weltberühmten
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