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Lebensregel» eines älteren Dummelberker
Buchhändlers an einen jüngeren College«.

(Auf einem Spaziergange.)

„lla sehn se mal, ich bin auch jung gewesen, und will darum
keinen Sdein nich uff Sie werfen, doch Ihre Gesundheit geht
dabei zu Grunde bei diesen unregelmäßigen Lebenswandel. Wer
enn Geschäftmann sein will, muß nach der Uhr leben. Sehnse
emal, wie ich mich mein Leben eingerichtet habe. Sommers
und Winters sdehe ich jeden Morgen um siebene auf, wasche
und kemme mich, sbiele mich den Mund aus, stoppe mich ne
Feife, aber nich ohne vorher an meinen lieben Herrgott ge-
dacht zu haben; dann geh' ich ins Wohnzimmer, zanke in
Winter, daß die Tieren und Fenster zu viel aufgemacht werden,
unn in Sommer, baffe nich aufgemacht werden, dann drinke
ich in Frieden mit meiner Frau und Tochter den Caffe.
das dauert bis achte, bis halb neine verfluch ich meine
Tochter, dann zieh ich mich vollends an, unn drage denn
meine Facturen und Verlangzettel ein; dann is es gewöhnlich
halb zehne. Jetzt stoppe ich mich die zweite Feife, und gehe
in die Leihbibliothek; da sehe ich denn, so lange meine Feife
brennt, zu, wie meine Ladenjnngfer der Leiter errauf und
errunter sdeigt, und bewundere dabei, wie vollkommen Alles
der liebe Herregott gemacht hat. Tann kloppe ich meine Feife auf
den Fensterrahmen aus, gieße den Smurrgel in den Sbucknapp,
zanke mit meiner Tochter, daß so viele Bücher uneingereimt da-
liegen; dann is es gewöhnlich ein viertel auf elbe. Von da bis
Punkto clbe mach ich in meinen Kombtore Buchhändlerunter-
nehmungen. Dann gehe ich ne Stunde auf den Keller, dann
eine Stunde sbadzieren und Puncto eine zu Tische. Während
den Essen, so wie das Tischgebet gesprochen, zanke mit meiner
Frau über das Effen, bin freindlich mit meiner Ladenjungfer,
denn unser Schöpfer will, daß wir unsere Dienstboten gut behan-
deln sollen, nach dem Essen verfluche ich meine Tochter und lege

Bestellungen werden in allen Buch-und ^-—y
handln ngen, sowie von allen Postämtern nnd =■’
Zeitnngsexpeditionen angenommen.

Erscheinen wöchentlich. Subskriptionspreis vtt
für den Band von 26 Nnmniern 3fl. 54 kr. od.

2 Rthlr 5Sg r. Einzelne Nnmniern 12 kr. od. 4 Sgr.

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Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Lebensregeln eines älteren Dummelbecker Buchhändlers an einen jüngeren Collegen"
Weitere Titel/Paralleltitel
Serientitel
Fliegende Blätter
Sachbegriff/Objekttyp
Grafik

Inschrift/Wasserzeichen

Aufbewahrung/Standort

Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Künstler/Urheber/Hersteller (GND)
Lichtenheld, Wilhelm
Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Kamm
Buchhändler
Mundwasser
Toilette <Körperpflege, Motiv>
Karikatur
Spiegel <Motiv>
Zimmer <Motiv>
Satirische Zeitschrift

Literaturangabe

Rechte am Objekt

Aufnahmen/Reproduktionen

Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Reproduktionstyp
Digitales Bild
Rechtsstatus
Public Domain Mark 1.0
Creditline
Fliegende Blätter, 12.1850, Nr. 282, S. 137
 
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