Fliegende Blätter — 12.1850 (Nr. 265-288)

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Zu Berlin in der Lindenstraß',

Ta schnitt ich eine wüste Grimass',

Kam ein Reichskommifsär
Grad des Wegs daher

Und behauptete nachher „Gestalten" gesehen zu haben.

18«

Wallensteins Geist.

Was der Bruder Straubinger rc.

Was der Bruder Straubinger im Jahr des
Heils 1848 für Schicksale gehabt hat.

iSchluß.)

Zu Berlin als Gen'ral Wrangel kam
Ich vom Hut die rothe Feder nahm;

Allda ward mirs klar,

Daß futsch die Freiheit war,

Schnürte drum meinen Ranzen und verzog mich geräuschlos

über die Grenze.

Ten nervigen Fäusten gelang es mit wenig Mühe, den Stein
abzuwälzen, und schon sind die Kühnsten die Stufen hinabge-
stiegen, da erhebt sich der eingeschlossene Hüter leichenblaß, mit
Blut befleckt, ein leibhaftiges Todtenbild vom Boden und schrei-
tet schwankend den Ankommenden entgegen. Da fuhr ein furcht-
barer Schreck durch die Glieder der Reiter. „Wallensteins
Geist! ein Geist!" vermögen sie kaum aus angstgepreßter Kehle
zu schreien. „Ein Geist! ein Geist!" Pflanzt sich's fort von
Mund zu Mund, und schneller als sie gekommen, stürzten sie
die Treppen hinan, im 9h: sind sie auf ihren Pferden und
: sprengen eiligst davon. —

Das ist die Geschichte „von Wallensteins Geist," der seit
; jener Zeit zwar keinem Lebenden mehr erschienen ist. Im
' Lager der Protestanten wurde fest an die Erscheinung ge-
glaubt, und jeder sonst unerschrockene Krieger, der an dem
Abenteuer Theil genommen, schwur aus Stein und Bein, er
habe Wallensteins Geist gesehen. W. Graumann.

Zu Hannover unter dem Stüve
Bekam ich schwere Hiebe,

Denn mit einer Latern
Sucht ich nah und fern

Konnte aber die deutschen Grundrechte nirgends finden.

Zu Anhalt in dem Köthischcn
War ich in schweren Röthigen,

Kam der Fürst und Herr
Krampfhaft auf mich her

Und sprach: Pumpen Sie mir um Gotteswillen einen Silber-
groschen !

Zu Wien in dem Oesterreich
Erlebt ich sonderbare Brauch',

Packt' ein Sereschan
Mich beim Kragen an.

Zog sein Messer und sprach: Herr Aula, sie muß sterben!

Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Was der Bruder Straubinger im Jahr des Heils 1848 für Schicksale gehabt hat"
Weitere Titel/Paralleltitel
Serientitel Serientitel
Fliegende Blätter
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Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

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Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Entstehungsort (GND)
München

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Fund/Ausgrabung

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Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Rauchen <Motiv>
Flucht <Motiv>
Schrecken <Motiv>
Bitte <Motiv>
Messer <Motiv>
Geister <Motiv>
Tabakspfeife <Motiv>
Revolution <1848>
König <Motiv>
Karikatur
Gesellenwandern
Uniform <Motiv>
Grenze <Motiv>
Bedrohung <Motiv>
Satirische Zeitschrift
Berlin
Köthen (Anhalt)
Wrangel, Friedrich von
Wien <Motiv>
Hannover <Motiv>
Thema/Bildinhalt (normiert)
Revolutionsanhänger <Motiv> Revolutionsanhänger <Motiv>
Prügel <Motiv> Prügel <Motiv>

Literaturangabe

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Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
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Digitales Bild Digitales Bild
Rechtsstatus
Public Domain Mark 1.0 Public Domain Mark 1.0
Creditline
Fliegende Blätter, 12.1850, Nr. 287, S. 180 Universitätsbibliothek Heidelberg
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