Fliegende Blätter — 137.1912 (Nr. 3493-3518)

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„Herr Ober, warum seh'n Sie mich so komisch an? Bin ich Ihnen
noch 'was schuldig?" — „Nein, das nicht! Aber der Herr, der sonst für
Sie zahlte, ist bis jetzt noch nicht gekommen."

I »s ch r i f t.

Auf dcni Grabstein eines Strumpfwirkers ist zu

lesen. „Ex war rin wohlwollender Mensch und
wirble nicht nur Ztrünixsr, sondern auch Gutes."

*® Alles umsonst, m—

| er Nachtwächter Johann Jakob Schlee-
häutle in Biblingen hatte im Laufe
~~ seiner vieljährigen treuen Pflicht-
erfüllung nach und nach alle
Zähne verloren, so daß schließlich
sein poetischer Stundenruf niemandem mehr verständlich
war. In Anbetracht dessen beschloß der hohe Magistrat
die Anschaffung eines Gebisses für den verdienten
Beamten, der es sich in der lfauptstadt bei einem Zahn-
arzte fertigen ließ.

Alles war hochbefriedigt bei dem Gedanken, daß
man nun wieder den altgewohnten und beliebten
Stundenruf in schönster Vollendung vernehmen würde.

Heute sollte dies zum erstenmal der Lall sein.

Ls war eine milde Septembernacht. Die Sterne
funkelten. Das Städtchen lag aber infolge seiner
urväterlichen Glbeleuchtung im magischen Halbdunkel.
Nur die zwei Lenster des Türmers bei St. Margaret.

222 I^iebchkli.

‘tj^urch der Akazie Dorngezweige
^ wirft

Oer Abendftern verirrte Strahlen
freundlich über mein altes Klavier,
In dessen zitternden Sailen
Beethovens mond(chcinduftigc
Mollakkorde

Sanft verhallen.

Da, von unten, widerlich gellt
Das rteu’ftc Ulalzer-ßa[[cnlied,

I Und mein Liebchen, das verdrossen
Sich im Sofawinkel gelangweilt,
Springt empor mit leuchtenden
Augen:

„Las; uns tanzen!“

R. Uolkcr.

Dem Herrn Direktor fällt die
Zigarre aus dem Mund. Er und
der Herr Registrator suchen eifrig
danach unter dem Schreibtisch.
„Sapperlot,“ ruft der Herr Direktor
ärgerlich, „jetzt bin ich daraufge-
treten!" — „Doch nicht, Herr
Direktor," sagt der Herr Regi-
strator mit schiefgezogenem Gesicht,
„es war erfreulicherweise bloß mein
Daumen!"

hat sich bereit erklärt, hon einem
Strafantrag abzusehen, wenn Sie
sie jetzt um Verzeihung bitten und
Ihr Bedauern über das Ge-
schehene ausdrücken!" — Herr
(zu der beleidigten Dame): „Ja,
um Verzeihung will ich Sie
bitten . . aber bedauern, daß ich
Ihnen den Kuß gegeben, gnädiges
Fräulein — das kann ich als
ehrlicher Mensch nicht!"

Kreisln n f.

Onkel: „Daß Du aber auch
gar so einen immensen Durst ent-
wickelst!" — Studiosus: „Das
kommt bloß von dem verwünschten
Heringessen in der Früh'."

Irritiert.

Go Idstein (zu seiner Frau):
„Ich bitt' Dich, Elsa, wenn De
siehst ä Landschaft oder ä Sonnen-
untergang, so sag': .reizend!' oder
.himmlisch!' oder .entzückend!'; aber
tu' mir den einzigen Gefallen und
sag' nix .unbezahlbar'."

Galant, yeö

Schiedsrichter: „Die Dame, der Sie den Kuß raubten.

Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Galant" "Mißtrauisch"
Weitere Titel/Paralleltitel
Fliegende Blätter
Quelle des Titels
Sachbegriff/Objekttyp
Grafik

Inschrift/Wasserzeichen

Aufbewahrung/Standort

Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Künstler/Urheber/Hersteller (GND)
Graetz, Theodor
Entstehungsdatum
um 1912
Entstehungsdatum (normiert)
1907 - 1917
Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Karikatur
Satirische Zeitschrift

Literaturangabe

Rechte am Objekt

Aufnahmen/Reproduktionen

Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Creditline
Fliegende Blätter, 137.1912, Nr. 3511, S. 222 Universitätsbibliothek Heidelberg
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