Fliegende Blätter — 36.1862 (Nr. 861-886)

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Weber-Untugend.

Zwei Damen (im Gespräche über eine Compositiou von Carl Maria von Weber): „Ich versichere Ihnen, diese
Compösition kommt mir so bekannt vor, daß ich fast glauben möchte, Weber habe sic irgendwo gestohlen!"

Die Magd (bestätigend): „Ja wohl, Weber stehlen Alle!"

Ja, Bauer, das ist was Anderes!

(Advokat im Wirthshause im Gespräche mit Bürgern.)

Advokat: „Lassen Sic sich nicht auslachen, Herr Schmid-
huber! Gegen die Gewerbefreihcit sind nun einmal vernünf-
tige Gründe nicht aufzubringen. Jeder Mensch muß das Recht
haben, mit dem, was er gelernt hat, sein Brod zu verdienen.
Das Gerede von dem hereinbrcchenden Proletariat ist nichts
als Gespcnstcrseherei. Der tüchtige Gewerbsmann wird nach
wie vorher sein Auskommen finden, und der Stümper muß
eben, wenn er nicht concurriren kann, sich auf einen andern
Erwerbszweig werfen, oder zu Grunde gehen, wie er auch
bisher, trotz aller Zunftbcstimmungen, zu Grunde gegangen
ist. Und vom Schutze des Publikums, wenn ich nur davon
nie etwas hören, müßte, das ist doch gar zu dumm! Das Pu-
blikum wird sich schon selbst schützen. Wer schlechte Waarc liefert,
bei dem kauft es eben nichts; das ist eine sehr einfache Sache!"

(Derselbe Advokat in der Honoraliorcn-GcseUschaft.)

Rcchtspraktikant: „Nun, Herr Doktor, haben Sie

es gelesen? Im österreichischen Reichsrathe wurde ja sehr für
die Freigebung der Advokatenpraxis gesprochen!"

Advokat: „Ach was, Larifari! Das sind Theoretiker,

die von der Sache nichts verstehen. Derlei Dinge nehmen
sich in der Praxis ganz anders aus, als in einer einstudirtcn
Kammerrede oder in einem Zeitungsartikel. Wollen Sie noch
mehr studirtes Proletariat, als wir schon haben? Sollen wir,
die wir zehn Jahre und länger ans Verleihung einer Advo-
katur warten mußten, nun ans einmal nsit einer maßlosen
Concurrenz überschwemmt werden? Wäre das recht und bil-
lig? Und erst das Publikum! Das hätte den allergrößten
Schaden, wenn dieser Schwindel eingeführt würde. Das Pu-
blikum muß eine Garantie habe», daß seine Rechtsangelcgen-

Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Weber-Untugend" "Ja, Bauer, das ist was Anderes"
Weitere Titel/Paralleltitel
Serientitel
Fliegende Blätter
Sachbegriff/Objekttyp
Grafik

Inschrift/Wasserzeichen

Aufbewahrung/Standort

Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Eigennutz
Meinungsänderung
Diebstahl
Magd <Motiv>
Unwissenheit
Ablehnung
Komposition <Musik, Motiv>
Dame <Motiv>
Rechtsanwalt
Missverständnis
Gespräch <Motiv>
Bejahung
Gewerbefreiheit
Karikatur
Komponist
Stereotyp
Weber
Satirische Zeitschrift

Literaturangabe

Rechte am Objekt

Aufnahmen/Reproduktionen

Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Reproduktionstyp
Digitales Bild
Rechtsstatus
Public Domain Mark 1.0
Creditline
Fliegende Blätter, 36.1862, Nr. 877, S. 133
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