Archäologisches Institut
Kurzes Verzeichnis der Abgüsse nach antiken Bildwerken im Archäologischen Institut der Universität Heidelberg — Heidelberg: Universitäts-Buchdruckerei von J. Hörning, 1913

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für Aufbewahrung von Altertümern jeglichen Schlages zu
sorgen und etwa den Eifer der Erhaltung und der Beachtung
auch des geringsten Ueberrestes aus alten Zeiten zu beleben,
als »den Sinn für das Wesen der bildenden Künste zu wecken
und die studierende Jugend mit den vorzüglichsten Bild-
werken des Altertums bekannt zu machen«.
»In dieser Absicht kann für eine Universität, deren Mittel
immer beschränkt seyn werden, nichts zweckmässigeres und
vorteilhafteres gedacht werden, als dass man Abgüsse und
Abdrücke von Werken der Bildhauerey -— und Münzen ankauft,
indem sich in diesen getreuesten und vollkommensten, und zu-
gleich wohlfeilsten aller Abbilder nach und nach eine Auswahl
des Vorzüglichsten, was die ersten Sammlungen — besitzen,
vereinigen lässt«.
Zell hatte wenigstens den Wunsch, in dieser Richtung eine
Aenderung der bestehenden Zustände herbeizuführen : er setzte
1848 durch, dass ihm im dritten Stock der Bibliothek der Saal,
in welchem jetzt die Bibliotheken Häussers und Schlossers auf-
gestellt sind, übergeben wurde, nachdem der vom Kuratorium
ins Auge gefasste Plan vereitelt war, »in dem an Stelle des
alten Dominikanerklosters zu errichtenden neuen Gebäude für
Physik, Chemie, Mechanik auch eine Halle zur Aufstellung von
Gipsabgüssen, Antiken, Münzen und Gemmen mit anstossendem
Auditorium« einzurichten. Am 18. Februar 1848 eröffnet das
Ministerium des Innern zum ersten Male einen Kredit von
697 fl. 33 kr. »zum Ankauf archäologischer Hilfsmittel«, welche
Mitteilung der Kurator am 25. Februar in einem Schreiben an
die Bau- und Oekonomie-Kommission mit dem Zusatz begleitet:
»es wird zweckmässig sein, die bereits vorhandenen Münzen,
Anticaglien etc. dem GHR. Zell als nunmehrigem Direktor der
sich bildenden archäologischen Sammlung zu übergeben und für
die Aufnahme der neuen Erwerbungen in das Inventar besorgt
zu sein«. Eine nochmalige Bewilligung von 700 fl. erfolgte 1851.
Am 9. Oktober 1855 übernahm der von Jena als Nach-
folger Zells berufene Professor K. B. Stark die Sammlung;
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