Universitätsbibliothek Heidelberg, Heid. Hs. 2740 II C - 149
Rickert, Heinrich
Kunstphilosophische Uebungen (Manuskripttitel) — Heidelberg [ermittelt], o.D. [1928]

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Positive -jestimmmigeD äes iietarschönen.

x.atu.rschönes ist für üegel nar Vorstnfe der ei£entli-
chen Schönheit,die in üunst -asdruck findet.

noch schon beim naturschönen;nestimmungen/,die
positive Bedeutung behalten. öie hervorheben und dabei ab-
sehen von Gründen,weshalb haturschönes nur unvollkomniene
Vorstufe. begel spricht von "äuderer Schönheit" und unter-
echeidet in ihr die d er"abstrak.ten l'orm" , als"degelmhßigkeit,
Symmetrie ,Gesetzmhi34gkeit .Harmonie" von Schönheit Sals ab-
strakter Einheit dee sinnlichen Stoffes".

Schönheit der abstrakten korm hat selbst wieder
mehrere Stufen:l. kegelmäßigkeit,die zur S.ymmstrie wird,

2. Gesetzmaßigkeit,3. Earmonie. Ueber jede Stufe einige ^or-
te:

Hegelmäßigkeit und Symmetrie.

kegelmäßigkeit ist zunäohst"Gleichheit" 'am .i.eußer-
lichen und genauer:"pleiche Tiederholungen ein und derselben
bestimmten uestalt" ,welche bestimmende Pppfii/ßinheit
für ij’orm der Gegenstände abgiebt.

Sie ist am 'Keitesten von vernünftiger lotalität
des konkreten Begriffes entfernt und wird dsshalb SohÖnheit
der abstrakten Verständigkeit genannt. Verstand hat zum Prin-
zip die abstrakte,d.h. nicht in sich selbst bestimmte ^laich-
heit und Identität.

Beispiel: Unter lienien ist die urade die regel-
mäßigste,weil sie nur die eine .abstrakt ste^ gleichbleiben-
de Richtung hat. Sbenso ist Kubus durchaus regelmäßiger Kör-
per. Auf allen Seiten hat er gleich große klächen,gleiche Li-
nien.gleiohe Winkel.die als rechte Winkel nicht.-sie stumpfe
’inkel nach ßröße verändert werden können.

n,it Regelmaßigkeit hängt nun// b. Symmetrie zu-
sammen. In inr gesellt der Gleiohheit sich Ungleiches hinzu.
Ber Unterschied tritt unterbrechend in uie leere Identitüt
ein. Symmetrie besteht darin.daß nicht eine abetrakte,glei-
che i'orm nur sich selber vtiederhol't,sondern mit andern Por-
men derselben art,die für sich betrachtet ebenfalls eine be-
stimmte sich selbst gleiche,gegen die ersten gehalten aber
ungleich ist.in Verbindung kommt.

Beispiel: auf der einen Seite hat das Haus 3 fen-
cter in gleicher Größe,in gleioher ßntfernung von einander.
Bann : 3 oder 4 im Verhältniß zu der ersten höhere im weite-
ren oder näberen -abstand. Bndlich aber isieder 3 in Größe-und
ßntfernung den drei ersten gleich. Bas giebt Anblick s/jpme-
trischer ^nordnung.

Bloße Gleichförmigkeit und Viederholung ttiacht
deshalb noch keine S/mmetrie. o\i ihr gehört auch der Untejer-
scbied in uröße und Stellung , Gestalt .P'arbe, rönen.Grst gleich-
maßige /erbindung solcher gegeneinanaer ungleicnen ßestimmt-
heiten giebt ß,/mmetrie.

Regelmäßigkeit und Ö/mmetrie als bloß äußerli-
che ^inheit und ürdnung entscheidet vornehmlioh nestimmtheit
der Größe. Gie ist eine- für das üualitative gleichgültige
stimmt .r.enn sie 8ich nicht als iudß geltend macht. Maaß
iet Quantitbt,in sofrn sie selbst vcieder
sodaß bestimmte Qualität

be-
nämlich

ualitativ bestimmt,
an ^uantitative Befctimmtheit gebun-
6 iS iie2elmäßigkeit und 3,/mmetrie besohränken

sich
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