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Huch, Ricarda
Farbenfenster grosser Kathedralen des XII. und XIII. Jahrhunderts: Meisterwerke mittelalterlicher Glasmalerei — Leipzig, 1937

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https://doi.org/10.11588/diglit.44803#0023
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TAFELN

Bei Fenstern mit mehreren Bildteilen sind diese von unten nach oben und von links nach rechts aufgezählt. Die Maße — in Meter
und Zentimeter — gelten bei ganzen Fenstern für die Glasfläche ohne die Eisen- oder Steinfassung, bei Ausschnitten für den
wiedergegebenen Teil. — Die Farben der Glasgemälde wechseln bekanntlich ausserordentlich stark, je nach Tageszeit und Be-
leuchtung. Dasselbe Fenster, das morgens oder abends vorwiegend blau und weiß leuchtet, erscheint im Mittagslicht vielleicht
von tiefem Rot und Gelb überstrahlt. Auch ändert sich der Farbton der gleichen Gläser oft von Stunde zu Stunde. Bei den
vorliegenden Tafeln wurde nach Möglichkeit jeweils die Beleuchtung gewählt, die einem einheitlichen Zusammenwirken aller
Teile am günstigsten ist.
I (Textteil). DIE PROPHETEN MICHA UND JONAS
Erste Hälfte des XIII. Jahrh. Bourges, Hochfenster des Chors. Micha: h. 4,23, b. 1,15; Jonas: h. 4,24, b. 1,21.
II (Textteil). DIE PROPHETEN AMOS UND NAHUM
Erste Hälfte des XIII. Jahrh. Bourges, Hochfenster des Chors. Amos: h. 4,23, b. 1,25; Nahuin: h. 4,21, b. 1,14.
III. FRAGMENT EINER HIMMELFAHRT: MARIA MIT APOSTELN
Mitte des XII. Jahrhunderts. Le Mans, Südl. Seitenschiff, h. 1,79, b. 1,30.
IV. MARIA MIT CHRISTUSKIND UND ENGELN, genannt «LA BELLE VERRlERE»
Mitte des XII. Jahrhunderts. Chartres, Südl. Seitenschiff des Chors, h. 4,90, b. 2,36.
V. SZENEN AUS DEM LEBEN CHRISTI
Verkündigung / Heimsuchung / Geburt / Hirten auf dem Feld / Herodes mit seinen Ratgebern / Die Weisen
aus dem Morgenland. (Unterer Teil des Fensters.)
Mitte des XII. Jahrhunderts. Chartres, Mittelfenster über dem Hauptportal, h. 1,80, b. 2,72.
VI. KREUZIGUNG MIT AUFERSTEHUNG UND HIMMELFAHRT
Zweite Hälfte des XII. Jahrhunderts. Poitiers, Hauptfenster der Ostwand. h. 6,45, b. 3,00.
VII. LEGENDE DES HL. THOMAS A BECKET
Versöhnung des hl. Thomas mit Heinrich II. von England durch Vermittlung Ludwigs VII. von Frankreich /
Thomas landet in England / Er zieht in Canterbury ein / Die Mönche empfangen den Heiligen / Thomas
predigt / Er erhält einen Brief des Königs / Er liest die Messe. (Untere Hälfte des Fensters.)
Anfang des XIII. Jahrhunderts. Sens, Nördl. Seitenschiff des Chors, h. 3,04, b. 2,45.
VIII. GLEICHNIS VOM BARMHERZIGEN SAMARITER
Die Vertreibung aus dem Paradies / Räuber überfallen den Wanderer. (Aus dem obern Teil des Fensters.)
Anfang des XIII. Jahrhunderts. Sens, Nördl. Chorumgang, h. 1,05, b. 0,73.
In der Geschichte vom barmherzigen Samariter stellt die Glasmalerei des Mittelalters mit Vorliebe ein
Sinnbild des Sündenfalls und der Erlösung des Menschen durch Christus dar. Wie der Reisende, aus Jeru-
salem wegziehend, in die Hände der Räuber fällt, so wird der Mensch, aus dem Paradies vertrieben, ein
Opfer der Sünden, die ihn seines Heils berauben; das Gesetz des Alten Testamentes — versinnbildlicht
durch den Priester und den Leviten — hilft ihm nicht. Erst in Christus kommt der barmherzige Samariter,
der dem Verlassenen und Kranken Heil und Erlösung bringt. Vgl. auch Tafel XI.

IX. AUS DEM LEBEN MARIAE: TOD MARIAE
Unter dem Medaillon: Schuhmacher an der Arbeit (Stifterzunft). (Aus dem unteren Teil des Fensters.)
Anfang des XIII. Jahrhunderts. Chartres, Südl. Seitenschiff, h. 1,90, b. 1,38.

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