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Kunsthistorische Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses <Wien> [Editor]
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses (ab 1919 Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien) — 17.1896

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https://doi.org/10.11588/diglit.5904#0613
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CVIII

K. k. Statthalterei-Archiv in Innsbruck.

Baumeister Santino Solario den Befehl ertheilt, sich am
8. November in Innsbruck einzufinden.
Or., A. VII.

15131 1626 November

Martin Mittnacht, gewesener Kammerdiener und
Kammermaler des verstorbenen Er^her^ogs Maximi-
lian, welcher als Zöllner in Zirl bereits beeidet und in-
stallirt worden war, resignirt noch vor Antritt seines
Amtes, welches darauf anderwärts verliehen wird.

Embieten und Befelch 1626, f. 206.

15132 1626 November 4, Innsbruck.

Die oberösterreichische Kammer erstattet an Erz-
herzog Leopold ihr Gutachten in Betreff der Besetzung
des durch den Tod des Bartolomeo Luchese erledigten
Hofbaumeisteramts, um dessen Verleihung der Hof-
bauschreiberamtsadjunct Jacob Schmälst und Adam
Luchese angesucht hätten. Die Kammer anerkennt die
guten Eigenschaften beider Competenten, glaubt aber,
dass keiner von beiden %ur Führung vornehmer haubt-
gebäu die nöthige Qualification besitze. Da^u hielte
sie allerdings den Baumeister in Gün^burg (Antonio
Serra) fähig, welcher dem Kurfürsten in Baiern, dem
Fürsten von Neuburg und Anderen fürneme gepeu ver-
richtet habe. Derselbe habe sich aber schon 1623 mit
der Besoldung des Luchese nicht begnügt sondern
700 Gulden nebst anderen Emolumenten verlangt und
die ihm darnach gebotenen 400 Gulden Sold und 25 Gul-
den Quartiergeld nebst dem Befuge des nöthigen Holges
ebenfalls abgelehnt. Jet\t würde er ohne Zweifel keine
geringeren Forderungen stellen. Angesichts dieser Sach-
lage stelle die Kammer den Antrag, da bei dem jetzigen
Geldmangel an die Führung vornehmer Bauten nicht
gedacht werden könne, das Amt bis auf Weiteres un-
besetzt und das inzwischen Vorkommende durch den
welschen Baumeister Johann Hoffingott und den ge-
nannten Schmälst besorgen ^u lassen.

Missiven an Hof 1626, f. 2S1.

15133 1626 November 6, Innsbruck.

Der geheime Rath beauftragt die oberösterreichi-
sche Kammer, mit den vier Plattnern in Innsbruck:
Michael Mayr, Christoph Hörburger, Hans Hörtnagl
und Hans Hörburger wegen schneller Anfertigung eines
weiss polierten und schwarzen kirisses auch leibharni-
sches für Er^her^og Leopold zu verhandeln.

Geschäft von Hof 1626, f. 20g.

15134 1626 November g, Innsbruck.

Blasius Greiner berichtet an Erzherzog Leopold,
es habe ihm der Kammerpräsident ein von Venedig ge-
kommenes Trühelchen mit 4000 geschlagenen Gold-
blättchen übergeben. Er habe vorausgesetzt, dass dieses
Gold zur Vergoldung der kapelle im Oratorium des
erzherzogs gehöre und daher dem Guardian und dem
Maler Nartii (Nauritius) davon Mittheilung gemacht.
Dieselben hätten sich geäussert, es sei das alte Gold
noch nicht ganz verbraucht worden und sie würden
sich im Falle weiteren Bedarfs schon melden.

Or., A. VII.

15135 1626 November 13, Innsbruck.

Dem Hofbaumeister von Salzburg Santino Solari
und dem Baumeister der Stadt Augsburg, welche wegen
alberait fürgangnen schaden und noch anderer an-
zeigender defect an der erpauten Jesuiterkirchen zur
Beratschlagung nach Innsbruck berufen worden waren
und ihre Meinung und ihr Gutachten abgegeben hatten,
werden von der oberösterreichischen Kammer, welche
auch die Kosten ihres Aufenthaltes in Innsbruck be-
streitet, ßoo Gulden, nämlich jedem der beiden Bau-
meister i5o Gulden, als Remuneration und Reisegeld
ausbezahlt.

Embieten und Befelch 1626, f. 2go.

15136 1626 December 4, Innsbruck.

Die oberösterreichische Kammer legt dem Erz-
herzog Leopold das Gutachten des Hofbaumeisters von
Salzburg und des Stadtbaumeisters von Augsburg
über den Kirchenbau vor, zugie'cn auch das schrift-
liche Bedenken der Jesuiten über das, was während
der Beaugenscheinigung des Baues conferirt und dis-
curirt worden. Da aber in letzterem nur Bedenken über
die Vorschläge der Baumeister vorkämen, dagegen keine
neuen Mittel angedeutet würden, habe die Kammer die
Patres um Bekanntgabe solcher ersucht. Auch diese
könne sie in der Anlage vorlegen. Es möge nun der
Bau nach diesen oder jenen Vorschlägen ausgeführt
werden, die Kammer müsse daran erinnern, dass man
sich auf Confiscationsgelder und andere Geldmittel nicht
verlassen könne, das Geld zur Bezahlung der Bau-
kosten aber in Barem bereit gehalten werden müsse.
Zum bisherigen Baue seien auch so viel Bau- und Brenn-
holz, Kalk und Ziegel verbraucht worden, dass man
es bei den Hofgebäuden und den Salzpfannen schwer
empfinde.

In dem Postscript sagt die Kammer, sie könne
nicht unerwähnt lassen, dass nach dem Wegziehen der
beiden Baumeister von Salzburg und Augsburg der
Maurermeister Adrian Pfefferte von Lechthal nach Inns-
bruck gekommen sei und den Bau besichtigt habe. Seine
Vorschläge, damit der Kirchenbau nicht abgetragen
werden dürfe, seien in Uebereinstimmung mit den Mei-
nungen der Baumeister von Salzburg und Augsburg.
Nach Darlegung der Ansichten der Baumeister und der
Bemerkung, dass die Jesuiten der Meinung seien, es
solle der Bau ganz abgetragen und an dessen Stelle ein
Coltegium und zunächst daran eine andere, etwas
kleinere Kirche gebaut werden, sagt die Kammer, es
stehe nun ganz beim Erzherzoge, wie er als fundator
des Kirchenbaues ihn am liebsten vollendet sehen wolle.

Missiven an Hof 1626, f. 260f.

15137 1626.

Daniel Paur, Hof buchdrucker, erhält als jährliches
Dienst- und Wartgeld 120 Gulden ausbezahlt.

Raitbuch 1626, f. 20S.

15138 1626.

Der oberösterreichische Kammermeister verrechnet
$g8 Gulden 24 Kreuzer, welche er laut Bestätigung des
Kirchenbaumeisters Karl Fontana S. J. zum Baue der
Jesuitenkirche in Innsbruck verausgabt habe.

Raitbuch 1626, f. Sog.

(Fortsetzung folgt).
 
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