Kunsthistorische Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses <Wien> [Editor]
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses (ab 1919 Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien) — 33.1916

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URKUNDEN UND REGESTEN

AUS DEM

K. UND K. REICHSFINANZ-ARCHIV IN WIEN,

HERAUSGEGEBEN VON

GUSTAV BODENSTEIN.

(Fortsetzung.) *

20441 t6a6 Juli 4, Wien.

Kaiser Ferdinand II. beauftragt den Statthalter
von Mähren Kardinal Fürsten Dietrichstein, beim
mährischen Proviantamt anzuordnen, daß den Kapu-
zinern in Olmütz während der Dauer ihres Kloster-
baues der Hafer für %wei Pferde verabfolgt werde.

Konzept, Papier; Abteil. «Höhnten». Fase. iSSoi.

20442 1626 Juli tl, Wien.

Kaiser Ferdinand II. befiehlt dem Statthalter von
Böhmen Fürsten Karl von Liechtenstein, dem Hof-
juwelier Philipp Holbain dem Alteren den Betrag von
30.000 fl. unverzüglich Z" bezahlen:

Ferdinand etc. Wier haben zwar dein liebden
zum öftern und erst unter dato den 11. februarii
jungsthin gnedigst zuegeschrieben und an dieselbe
begert, sie sondern fleisses daran und darob sein
wolle, damit unser hoffjubilier und getreuer lieber
Philip Holbain der elter der von uns ihme aus ge-
wissen erheblichen Ursachen zue ainer ersprieslichen
gnadt verwilligten 3o.ooo fl. dermalainist würkhlich
contentirt und befriedigt werden möchte, hetten uns
auch gnedigst keines andern versehen, dan dein
liebden darauf dermassen bedacht gewest, aufdas
dis orths unser gnedigste intention volbracht, ihme
Holbain satisfaction gegeben und er sambt den seini-
gen von bevorstehender genzlicher ruina und ver-
derben preserviert sein würde. So hat doch der-
selbe uns mit anziehung seiner eusseristen noth und
höchsten betrangnus auch seiner ungestümben credi-
torn täglichen anlaufens wehemutig und seufzend zu
vernehmen geben, dass, obwoll dein liebden ihme
zue seiner ganz billichen praetension zu verhelfen
nit ungenaigt, dannoch unzhero das geringste nit er-
halten, dahero er abermahlen umb unsere weitere
Verordnung ganz demutigist angelangt und gebetten.
Wan wier dan an ihme selbst ein billiches und christ-
liches werkh zue sein befinden, das mehrgedachtem

Holbain wegen seiner von jugent auf und bis zue
seinem nunmehro erreichten höchsten alter uns und
unsern vorfahren mit nit geringen Verlust des seini-
gen in underschiedlichen occasionen gelaister treuer
dienst und erzaigter devotion dermalainist zu seiner
contentierung würkhlich geholfen, dardurch vor end-
lichen undergang liberirt und sich seiner in ine mit
gerichtlichen zwangsmittln tringender creditorn ent-
ledigen möge, als begehren wier nochmahlen an dein
liebden hiemit gnedigst, sy wollen alle muglichkheit
anwenden und auf mittin und weg gedenkhen, wie
ihme Holbain nach so lang gehabter gedult der-
malainist ohne ainigen zue seinem schaden gerei-
chenden aufzug, aus was für felligkheiten es immer
sein kan, succurirt und geholfen werde oder aber,
da je die mittel derzeit nit vorhanden, aus deiner
liebden selbst eigenen quota nach und nach hievor-
verstandenermasssen bis zu völliger abstattung er-
wähnter 3o.ooo fl. etwas herschiessen und dargeben
lassen, wie dein liebden vorsehentlich hierzue selbst
willig sein werden. — Geben in unser statt Wien
den n. julii anno 1626.
Konzept, Papier.

Beiliegend ein Gesuch Philipp Holbeins des Altern
an den Kaiser, worin er eindringlich seine Notlage
schildert, betont, daß er auf die letzte Anweisung
weder aus Böhmen noch aus Mähren etwas erhalten
könne, und den Kaiser bittet, den Fürsten Karl
Liechtenstein dringend aufzufordern, ihm oder seinem
in Prag anwesenden Sohne die ausständigen For-
derungen zu bezahlen.

Original; Abteil. «Iluhmen», Fase. rSSoS.

20443 1626 Juli 11, Wien.

Kaiser Ferdinand II. beauftragt den böhmischen
Kammerpräsidenten, den Betrag von 6000 fl., den der
Kaiser den Jesuiten in Wien für ihren Klosterbau
angewiesen habe, ehestens flüssig zu machen und zu-
handen des P. Wilhelm Lamormain zu erlegen:

') Vgl. Band XXXI, 2, S. I-LXIV.
XXXIII.

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