Kekulé von Stradonitz, Reinhard [Editor]; Kekulé von Stradonitz, Reinhard [Oth.]
Die antiken Terrakotten (Band II): Die Terracotten von Sicilien — Berlin u.a., 1884

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JRYX MOTYE I.ILV11AION INSEL KOSSUROS

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SOLOEIS. PANORMOS.

Ucbcr den Ende 1S71 erfolgten Fund .in Santa Flavia
siehe zu Tafel XXX.

In Cannita wurde im Oktober 1S63 die auf unserer
Tafel XXII l, 4 abgebildete Figur gefunden, Ausserdem
noeb vier figürliche Tenacottcn, welche Pcrc/. im Bulleüino
dclla commissionc No. 1 S. 11 so beschreibt: Un fram-
menio . . . . di testa, che pare dl uua Cibcle [ein Kopf mit
hohem Aufsatz]. Un plccolissimo messo bnsto rappresentante
nna donna velafa. in creta che si direbbe 11011 cotta [.-]. Un
frammento di statitetta .... rappresentante nna donna sedida,
con tunica simUe In tntlo a quella de/ sareofago CaüoÜca.
[Vergl. Bullettino della Commissione No. I S. 2 Taf. 1. 2.
Gemeint ist vermutlich die im Museum in Palermo als in
Solus gefunden bezeichnete sitzende der Art wie Megara
Fig. 3-] U,ia statitetta .... mauernde del capo e de' pt'cdi,
rappresentante im Bacco mttliebre, cid tlrso nella simstra, e
la destra appaggia/a a 1111a tigre: chito della lunga vestc
indica .... Es ist eine Artemis der Art wie auf unserer
Tafel XXIV, 3. 5. Das Tier ist ein Hund, der angebliche
Thyrsos eine Fackel.

Fndlich erwähnt Perez S. 10 noch: nna basc dl colonna.
con pezzl dl colonnc striatc c dl capltelll In terra cotta.

Aus Cannita ist ein Kasten mit Relief: siehe unten den
Abschnitt über Reliefs bei Fig. 100 ff. und die Erläuterungen
zu unserer Tafel LIV, 3.

In Portelia di marc ist eine altertümliche Fraucnbüste
der gewöhnlichen Art gefunden worden. Sic befindet sich
im Museum zu Palermo.

Für die Gruppe auf unserer Tafel L, 1 wird als Her-
kunft Palermo angegeben, Aber vermutlich ist damit nur
gesagt, dass sie in Palermo erworben wurde.

ERYX.

Im Museum in Palenno ist ein archaisches Frauen-
köpfchen, das vielleicht der Rest von einer ganzen Figur ist.

In der Handschrift auf der stadtischen Bibliothek zu
Palermo, Qq D 4S, welche überschrieben ist L'istoria della
cittä del Monte Frice oggi detta Monte di San Giuliano ...
... di Antonio Cordicj Frycino nato nc! 15S6 c niorto in
Ericc di anni So a 4 marzo l'an. 1666 (vergl. Mommscn
C. 1. L. X, 2 S. 715, 747) sind Blatt 130 und 131 einige

Zeichnungen von Tcrracottcn und zwar erkennt man einen
Frauenkopf der späteren Art, einen Sücnskopf, der von
einer Komikcrfigur sein mag, ein Medusenhaupt, das viel-
leicht von einem Stirnziegel, wahrscheinlicher von irgend
einem Gcfässschmuck herrührt, ein mit einem Medusenhaupt
verziertes Rund, mit zwei Löchern oben, der Art wie
Syrakus Fig. 61.

MOTYE. LILYBAION.

Eine Fraucnbüste der gewöhnlichen Art (vergl. Megara
Fig, 2, a) gibt schon Houcl Voyagc pittoresque I Taf. X, 2 B
und bemerkt dazu S. lS: Une fete de fem nie cn. terre euite.
Elle a iti trouvee dans les rnliies de Motya. Les trous ....
marqueut qrielle s'attac/iait avec des cordons. Zwei Köpfe
der gleichen Art ebendorther sah ich im Museum in
Palermo.

Avolio Delle antiche faüurc in argüla S. 97: Osscrvol
anch' lo sidl' Erice in casa del coidc Francesco Emandes
un simll residuo dl comice, in cui si veggono due grifi in
bassorilievo. Ml riferl qiiel. sigitore dl cssere stato l'amw iSiy
Infra i rudert diMosia rlnvemdo. Vergl. unsere Tafel LIV, 3.

Kastenreüefs aus Motyc: siehe unten Figur 101. 102;
sie müssen daselbst häufig sein, da Cavallari (siehe oben
S. 15) die Gattung danach bezeichnet.

Ein Sttrnziegel aus Motye ist Fig. 36, einer aus Lily-
baion l'ig. SS abgebildet, ein Flachrelief aus Lilybaion auf
unserer Tafel LVI, 2.

INSEL KOSSUROS.

Avolio Delle antiche fatturc in argilla S. 97: Altra
persona hidagairlcc di questl oggetti, cd usa a /ante attente
rleerche ml certlficb uou mancare in Cossura oggldl detta
Pantelleiia slffattl omatl esprlmenü angellct/l, plccoll vasi,
fignre di caecla/oii, di cagnolhil, di fronde, dl fiori e di
frittta dl specle diverse.

Es sieht fast so aus, als ob hier Stuckornamente oder
gar bunte Wanddecoration gemeint sei.

Das Vorderteil eines Frauenkopfes der gewöhnlichen
späteren Art, welcher aus Kossuros stammen soll, sah ich
im Museum in Palermo. Ebendaher ist dort ein Tierkopf
(wol Löwenkopf) in flachem Relief von der Aussenseitc
eines Feuerbeckens.
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