Kempf, Friedrich ; Schuster, Karl
Das Freiburger Muenster: ein Führer für Einheimische und Fremde — Freiburg i. Br., 1906

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I. Das Münster von Nordosten (Schloßberg).

Baugeschichte und allgemeine Beschreibung.

Die älteste Urkunde, die sich unzweifelhaft auf das Münster
als Bauwerk bezieht, stammt aus dem Jahre 1301, aus einer Zeit
also, in der ohne Frage der spätromanische Chor samt Quer-
schiff, das gotische Langhaus und der Hauptturm in seinen haupt-
sächlichsten Teilen vollendet waren. Die Inschriften am Bau
selbst, die älteste darunter aus dem Jahre 1295, gehören nicht
mehr der Bauzeit jener Teile an. Wir sind demnach für die
Datierung der Entstehung des Baues auf Stilkritik, Ver-
gleich mit ähnlichen Bauwerken und geschichtliche Nachrichten
angewiesen.

Die Verfassungsurkunde, die Herzog Konrad von Zähringen
nach dem Ableben seines Bruders Berthold III. im Jahre 1122
dem jungen Freiburg gab, enthält zwei Stellen, die auf eine
Kirche hinweisen. Die eine bestimmt, daß der dritte Teil erb-
losen Gutes zum Bau der Stadt oder zur Ausschmückung ihres
Bethauses verwendet werden solle («ad aedificationem civitatis
auf ad ornamentum eiusdem oratorii exhibebitur»). Die zweite
betrifft den Geistlichen, den die Bürger wählen und der Herr
bestätigt («nulluni dominus per se debet eligere sacerdotem nisi

Kempf u Schuster, Münsterführer. I
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