Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Das Kunstgewerbe in Elsaß-Lothringen — 4.1903-1904

DOI article: DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.6479#0201

DWork-Logo
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
EiN WorT über behaNpluNg, Erhaltung uNp

FäLS(ÖUNG alter plaketten u. mepaillen

Von N. Ritter von KLUCARIC (Strasaburg).

Die Laien, vielfach auch die Leiter
von Museen, denen alte Plaketten, Me-
daillen usw., als kostbares Erbe der
Blütezeit des Kunst- und Kunstgewerbes
vergangener Jahrhunderte anvertraut sind,
sind vielfach der Meinung, diese in den
verschiedensten Metallen hergestellten Ob-
jekte bedürften keiner weiteren Pflege.
«Sie sind ja Metall» heißt es gewöhnlich.
Der Begriff Metall erweckt bei ihnen die
Überzeugung, diese Gegenstände müssten
ohne alles weitere Jahrtausende über-
dauern. Wie irrig diese überlieferten An-
sichten sind und welchen unvermeidlichen
Schaden diese Meinungen schon verursacht
haben, soll hier nicht erörtert werden.
Jedenfalls wird es aber dringend nötig
sein, soll der teilweise schon fünfjahrhun-
derte alte Besitzstand der Nachwelt un-
versehrt erhalten bleiben, Sorge zu tragen,
daß regelmäßige Untersuchungen statt-
finden, durch welche die Molecül-Beschaff en-
heit und Veränderung der Oberflächen des
Metalles festgestellt würden, es würden
zu diesem Zwecke am besten Metallurgen

zuzuziehen sein und deren sachverständigen
Anordnungen und Weisungen Folge ge-
geben werden müssen. Es liegt mir ferne,
hier eine «brennende» Frage aufrollen
und dabei etwa meine Person in den
Vordergrund drängen zu wollen, jeden-
falls ist diese offene Frage schon vor
mir von manchen Interessenten überdacht
worden, und ist auch vielfach durch
eigene Initiative und praktische Erfahrung
manches Übel verhütet und manchem
drohendem Unheil gesteuert worden, aber
im großen ganzen liegt die Sache doch
sehr im Argen, — ich habe Gelegenheit
gehabt, bei meinen lehrreichen Arbeiten,
Reproduktionen von Plaketten und Me-
daillen, namentlich aus dem XVI. und
XVII. Jahrhundert, die sich annähernd
auf tausend Stück belaufen mögen, mir
ein eigenes Urteil über den künstlerischen
Wert, über den Zustand und die Kon-
servierung dieser Objekte zu bilden ;
ich will in dieser Abhandlung nur in
kurzem die allerwichtigsten Momente zur
Beachtung herausgreifen: Alle Plaketten,
 
Annotationen