Kindler von Knobloch, Julius ; Badische Historische Kommission [Hrsg.]
Oberbadisches Geschlechterbuch (Band 1): A - Ha — Heidelberg, 1898

Seite: 205
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Degen — von Degerfelden.

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Degen. Georg Thaegen, 1562 Stadtammann zu Radolfzell, führte auf seinem Siegel im Schilde
einen geharnischten Rechtsarm mit Schwert und auf dem Stechhelme einen wachsenden Geharnischten,
in der Rechten das Schwert schwingend: S. Jerg. Degen.

YOn Degenfels. Junker Wilhelm von Tegenfels, 1502 Vogt
zu Hornberg, gehörte seinem Siegel nach dem noch blühenden Ge-
schlechte der Freiherren von Degenfeld an, deren Stammwappen über
blauen Schildesfuße einen s. r. gevierten Schild und auf dem Helme
zwei r. s. b. bez. s. r. b. getheilte Büffelhörner; Hd.: r. s. (Sieb-
macher I, pag. 115, No. 3).

von Degerfelden. D., Dorf im B.-A. Lörrach, war wohl Sitz
der Edelknechte v. T., während das bei dem Kirchdorfe Taegerfelden
zwischen dem Sigenthale und Zurzach in den niederen Gerichten des
Stiftes St. Blasien belegene Schloß die Stammburg der uralten Frei-
herren von Taegerfelden war, von denen einer im Jahr 850 den
Bischof David von Lausanne auf dem Schlosse Anez oder Inz er-
schlagen haben soll. Zu diesem freiherrlichen Geschlechte dürften
gehören: Liutoldus de Segeruelt (im Rot. S. Petr.) 1132 unter den
Edeln. Lütold von Tegenfeld 1150 Z. Urk. Königs Konrad III für
St. Blasien, auch Z. 1163. Ulrich v. T., seit 1165 der 32. Abt
von St. Gallen, seit 1170 auch der 40. Bischof und der 1. Fürst-
bischof von Chur, resignirte aber 1179 auf das Bisthum, 1199 auch
auf die Abtei. Konrad von Tegervelt 1176, 1195 Domherr, 1202

Dompropst, 1209—1233 Bischof von Konstanz, nahm 1209 am Römerzuge König Otto's Theil und
f 1233. 19. 2. Conradus de T., ministerialis eccl. Const, 1189. Walterus de Tegerfelt 1187 Z. Urk.
des Herzogs Berthold von Zähringen, lebte noch 1219. Ulricus
de Tegirvelt 1210, 1211 canonicus, 1225, 1230 thesaurarius eccle-
siae Constantiensis. Ulrich II Herr zu Altenklingen 1227 war
Gemahl der Ita, Tochter und Haupterbin des mächtigen Freiherrn
Walter von Taegerfelden. Wappen: Auf r. s. geschachtetem Rück-
schilde ein b. Herzschild mit einem s. Adler darin; H.: der s.
Adler zwischen einem r. und einem b. Büffelhorne; Hd.: r. s. und
b. s. (Siebmacher II, pag. 31, No. 2).

Die nächstfolgend Genannten dürften entweder aus dem
Dienstmannenstande hervorgegangen oder nach Veräußerung ihrer
Herrschaften in denselben eingetreten sein. Gerung v. T., R.,
1239, half 1253 dem Grafen Rudolf von Habsburg, als dieser den
Bischof von Basel überfiel und das Steinenkloster daselbst ver-
brannte, wofür er in den Bann kam. Walterus de Tegervelt 1240
Z. in Konstanz. Der Dienstmann Chunrat v. T. empfing vom
Kloster St. Blasien 1241 ein von den Herren von Tüffenstein
dahin vergabtes Landgut in Bebinchon. Die Gemahlin des C. dict.
Boehart, mil. de Nuwenburg 1256, warN. N. de Thegervelt. Hein-
rich v. T. 1257, 1259. Burcardus, miles, 1262, 1275. Berthold
v. T. verkaufte 1269 mit Willen seines Herrn, des R.'s Walter

von Klingen, seinen Meierhof zu Niderlo um 40 M. S., 1270 Güter in Ober- und Unter-Tegerfeld, war
1270, 1298 Bürger in Klingnau, empfing 1298 von den Grafen von Pfirt ein Lehen in Endingen,
1300 Z. für Kloster Sion. Irmintrud, Witwe des Hildebrand v. T., vergabte 1273 an Kloster Klingen-
thal. Hugo miles de Tegervelt, Vasall der Grafen von Thierstein, verkaufte mit deren Willen Güter
in Hersberg 1275 an Kloster Olsberg und wurde bei den Johannitern in Neuen bürg begraben; Todes-
tag 28. Mai. Herr Burcard v. T., R., dessen Siegel einen gerandeten Schild zeigt, und sein Sohn
Hildebrand verkauften 1282 dem Deutsehordenshause Beuggen eine Schuppose in Hagenbach, B.-A.
Lörrach. Herr Cunrad, R., 1289, 1307, war der Erzieher des Herzogs Johann Parricida; nach der Er-
mordung des Kaisers Albrecht verschwindet er vollständig aus jener Gegend und soll er angeblich der
Stammvater der noch in Württemberg und Baden blühenden Grafen und Freiherren von Degenfeld sein.
Jacobus de T. 1303 procurator Werneri dapiferi de Rinvelden. Rudolf, R., 1305, 1306 Z. in Säckinger
Urkunden. Burkard, Ek., verkaufte 1314 seinen Hof in Lupfen, hatte 1321 Habsburgische Lehen zu
Bims. Diebold v. T. verkaufte 1320 die halbe Fähre in Toettingen, Reichslehen. Johannes v. T.,
Domherr zu Münster im Aargau 1329, 1356, führte im Siegelfelde einen Kübelhelm, darauf anscheinend
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