Kindler von Knobloch, Julius ; Badische Historische Kommission [Hrsg.]
Oberbadisches Geschlechterbuch (Band 1): A - Ha — Heidelberg, 1898

Seite: 553
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vom Haus — von Hausen.

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vom Haus, auch de Domo, de la Mayson genannt. Ein altes Adelsgeschlecht des Oberelsaß,
welches im Breisgau, z. B. in Breisach, besonders in Bellingen andauernd begütert war und Anspruch
auf die Herrschaft Blumeneck erhob. Seine hauptsächlichsten Besitzungen, nach welchen die einzelnen
Linien sich nannten, waren die Burgen Isenheim bei Sulz, Wittenheim und Wassenberg oder Wasser-
burg am Zusammenflusse des Seebachs und der Lauch. Zuerst genannt Pridericus et Conradus de
Domo, fratres, 1187 Z. Urk. des Herzogs Berchtold von Zähringen. Wernherus, 1216, 1220, et Diet-
ricus, 1216, fratres de Domo. Heinricus de Domo, can. Constant, 1218, 1227. Theodoricus ab dem
Haus 1271. Wernherus de Domo, B. 1271. Dietrich vom Huse, Ek. 1275, K. 1277. Friedrich,
Tochtermann des Herrn Richard von Gliers 1277. Janate vom Huse von ihrem Gatten Heinrich von
Hohenstein 1350 verwidmet. Catharina, Witwe des R. Wernher von Bergheim, 1389 todt. Dietrich,
Mönch in Murbach, 1417 auf der Universität Heidelberg immatriciüirt, 1434 — f 1447 Abt. Marga-
retha 1429 Suppriorin, 1452—1467 Priorin des Klosters Klingenthal. Hans Bernhard vom Huse von
Wassenberg 1439. Johann Ulrich, 1443 Schulherr in Basel, f 1444. 3. 1. alias 1449. 27. 1. Ursula,
1466 Witwe des Thanie von Wittenheim und Gattin des Bernhard Wurtzgart von Schalkendorf, 1486
dessen Witwe. Auf Seite 554—555 soll versucht werden, eine muthmaßliche Stammtafel des Ge-
schlechts zu geben, für welche es bisher an jeglicher Vorarbeit gefehlt hat.

Wappen: In S. ein ^ Balken; H.: auf spitzem Hute ein Federbusch, s. ^j: gespalten. (Zürich.
Wappenrolle No. 462); gekr. H.: ein s. # gespaltener Federbusch (Büheler, fol. 124); ein s. Feder-
busch (Codex Reiber, fol. 163); oder ein brauner Federbusch (Wappencodex der Fürstlich Stolberg.
Bibliothek in Wernigerode, fol. 53a). Auf ^ gekr. Helme: ein s. Federbusch (Herzog, Eis. Chronik

VI, pag. 179; Turnierbuch der Gräfl. Spee'schen Bibl. in Heitorf,
fol. 41; Aelterer (fol. 31c) und jüngerer Miltenberg. Codex, fol. 190;
S. Büheler, fol. 136a; Wappen-
codex des Vereins Herold, fol. 320);
eine s. Kugel mit £{: Querstreifen
(Wappencodex des G. v. Stadion,
pag. 225 für Hans Friedrich vom
Haus zu Pfastatt); auf nicht gekr.
Helme ein s. Flügel mit # Quer-
streifen (Coli. gen. der Bibl. Ost-
hausen, I, fol. 234; so im Siegel
des Ek. Uelli vom Huse 1338);
Hd.: fl: s- Ein anderes Wappen:
In B. ein treppenförmiger s. Schräg-
rechtsbalken (so im Siegel der Diet-
rich und Johann Ulrich 1311);
gekr. H.: ein mit gestürzten s.
Lindenblättern bestreuter ^ Flügel;
Hd.: b. s. (Wappencodex des G.
v. Stadion, pag. 225, als «von
Ysenhain» bezeichnet. Im 15. Jahr-
hundert wurden beide Wappen im
gevierten Schilde vereinigt geführt, 1 und 4: in S. ein # Balken; 2 und 3: in B. die s. Treppe; H.
mit ^j: Krone: ein s. Federbusch; Hd.: b. s.; Wappencodex des G. v. Stadion pag. 225; Hd.: weiß:
Aelterer Wappencodex in Donaueschingen, fol. 131a (so im Siegel des Jkr. Hans Ulrich vom Hus von
Isenheim 1414).

Ein R. de Domo kommt 1267 und 1344 als burgensis de Ratolfcelle vor. Jacob vom Hus, Bürger
in Konstanz, zog 1333 mit den Geschlechtern aus der Stadt. Dieselben gehören wohl kaum zu dem
Oberelsässischen Geschlechte.

von Hausen. Es sind zahlreiche Orte Hausen auf Oberbadischem Gebiete, nach welchen sich
mehrere adelige Geschlechter verschiedenen Stammes und Wappens nannten und schrieben. Eine
Trennung der einzelnen Stämme in älterer Zeit und die Zutheilung der einzelnen Personen, besonders
in älterer Zeit, kann nur eine muthmaßliche sein und folge ich darin, da ein Gegenbeweis nicht vor-
liegt, in großen Zügen dem topographischen Wörterbuche von Krieger.

1) Hausen an der Möhlin im B.-A. Staufen. Weinar de Husen 1091, Wimar de Husen 1092.
Röpertus 1113. Cono, um 1152.

vom Haus.

vom Haus.

2) Hausen im B.-A. Schopfheim.

Oberbad. Geschlechterbucri.

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